Vetorecht gegen ausländische Investoren: Schutz für Know-How »Made in Germany«.

Im vergangenen Jahr wurde das Vetorecht der Bundesregierung bei der Übernahme von deutschen Unternehmen durch Nicht-EU Investoren neu geregelt. Schlüsseltechnologien aus den Bereichen Sicherheit, Rüstung und Telekommunikation sollen dadurch besser geschützt werden. Anne-Kathrin Gillig und Dirk Nawe von KPMG erläutern, was Unternehmen dabei beachten sollten.

Know-how in Schlüsseltechnologien soll besser geschützt werden
(Foto: Fujitsu)

2016 wurde der Roboterbauer Kuka vom chinesischen Investor Midea übernommen. Ein Deal, der nicht ohne Diskussionen blieb: Die Bundesregierung reagierte und regelte das Vetorecht bei Übernahmen deutscher Unternehmen durch Nicht-EU-Investoren neu. Attraktiv sind Merger mit chinesischen Investoren jedoch nach wie vor – gerade auch für ITK-Unternehmen.

Die Bundesrepublik lockt Investoren aus dem Reich der Mitte an. Im vergangenen Jahr haben chinesische Geldgeber bei 56 Transaktionen mehr als 13 Milliarden Euro in deutsche Firmen gesteckt. Auch wenn 2017 nicht mit den rekordverdächtigen Transaktionszahlen des Vorjahres mithalten kann, spielen chinesische Investoren weiterhin eine wichtige Rolle. Aus deutscher Sicht ist auch im Bereich der Informations- und Kommunikationstechnologie der normalerweise sehr eingeschränkte Eintritt in den chinesischen Markt attraktiv. Im Wachstumsranking des European IT Observatory steht China mit 2,4 Prozent Wachstum im Jahr 2016 auf einem stabilen dritten Platz, direkt hinter Amerika auf Platz zwei und Indien als Nummer Eins. Die Geldgeber aus Fernost erhoffen sich wiederum technisches Know-How »Made in Germany«.