Vetorecht gegen ausländische Investoren: Schutz für Know-How »Made in Germany«.

Im vergangenen Jahr wurde das Vetorecht der Bundesregierung bei der Übernahme von deutschen Unternehmen durch Nicht-EU Investoren neu geregelt. Schlüsseltechnologien aus den Bereichen Sicherheit, Rüstung und Telekommunikation sollen dadurch besser geschützt werden. Anne-Kathrin Gillig und Dirk Nawe von KPMG erläutern, was Unternehmen dabei beachten sollten.

Kulturelle Unterschiede bei Verhandlungen

Die Investition in ein deutsches Unternehmen durch einen chinesischen Investor kann für beide Seiten zahlreiche Vorteile bieten. Voraussetzung dafür ist, dass der Investor unabhängig von seiner Herkunft gut zum Unternehmen passt – wenn zum Beispiel eine Internationalisierung geplant ist. Den kulturellen und sprachlichen Herausforderungen können Unternehmen am besten durch eine strukturierte Vorbereitung und gezielte Beratung begegnen. Dabei kann man für einen guten Deal, einen reibungslosen Ablauf der Akquise und eine erfolgreiche Integration auf traditionelle chinesische Weisheiten zurückgreifen:

»Der Schlüssel zum Erfolg ist Geduld«: Der deutsche Verhandlungsstil ist im Vergleich zum chinesischen direkter. Geduld ist gefragt, wenn die Forderungen der chinesischen Seite indirekt adressiert werden. Dadurch soll der Verhandlungspartner sein Gesicht wahren. Verhandlungen können so länger dauern als gewohnt, weil der Mitteleuropäer erst spät merkt, dass es hier um Forderungen geht und nicht um bloße Vorschläge oder Erwartungen.

»Ein Mensch ohne Freund ist wie eine trostlose Einsamkeit«: In der chinesischen Geschäftskultur ist der Aufbau von einer persönlichen Beziehung essentiell. Hier sollten Unternehmen insbesondere auch auf das konfuzianistisch geprägte Hierarchienetzwerk achten, bei dem nur die Beziehung zwischen zwei Freunden eine gleichrangige ist.

»Fordere viel von dir selbst und wenig von anderen, so bleibt dir viel Ärger erspart«: Chinesische Investoren verlassen sich bei der Due Diligence nicht immer auf externe Berater und legen oft selbst Hand an. Für manche Unternehmen wirkt dies ungewöhnlich, da so in Deutschland fest etablierte Standards und damit vermeintlich auch die Vertrauensbasis hinterfragt werden. Dies ist aber in China durchaus üblich und nicht persönlich gemeint.