Editorial: Mehr und weniger geliebte Konkurrenz

im wettbewerbsintensiven PC-Bereich behaupten sich die B-Brands aus Deutschland bestens gegenüber den international aufgestellten Konzernen.

(Foto: CRN)

Interviewtermin aus angenehmen Anlass: Siegbert Wortmanns Firma Wortmann AG konnte im vergangenen Jahr um satte 20 Prozent zulegen. 660 Millionen Euro setzte der Fertiger um und hält damit seine Spitzenposition unter den deutschen Hardware-Herstellern. Natürlich begründet sich auch bei Wortmann dieses Wachstum zu einem guten Teil im Windows XP-Ablöse-Effekt, der bei den meisten PC-Fertigern für erfreuliche Absätze sorgte. Auch das Komponenten- und Peripherie-Geschäft zog beim Hersteller und Distributor Wortmann in Folge kräftig an. Aber: »Der Windows XP-Effekt ist vorbei, ich erwarte des Weiteren eine allenfalls stabile Entwicklung im PC-Bereich«, prognostiziert der Unternehmer im Gespräch mit CRN. Ohnehin war das PC-Geschäft auch im vergangenen Jahr nicht ganz sorgenfrei: Ein scharfer Wettbewerb und anhaltender Preis- und Margendruck bestimmten laut Wortmann den Markt.

Umso erstaunlicher, dass sich im kompetitiven Umfeld die B-Brands aus Deutschland bestens gegenüber den international aufgestellten Konzernen behaupten. »Wir haben klar Marktanteile hinzugewinnen können«, berichtet Wortmann. Zum Teil, weil internationale Konzerne, wie etwa Sony oder Samsung, sich aus dem PC-Business zurückziehen. Aber auch, weil die international ausgerichteten A-Brands hierzulande etwas an Renommee verlören, während das Renommee der B-Brands steige, wie Wortmann ausführt. Bestätigen kann diese Sichtweise beispielsweise Comteam-Chef Sven Glatter, der uns berichtet, dass die Partner des Systemhausverbundes in der Zusammenarbeit mit den deutschen Anbietern besonders gute Erfahrungen gemacht hätten. »Firmen wie Wortmann, Tarox oder Bluechip schaffen Arbeitsplätze in Deutschland, sie sind für die deutschen Partner greifbarer und liefern einen auf die hiesigen Partner abgestimmten Support«, beschreibt Wortmann das Erfolgsgeheimnis. Und nun kommt dazu auch noch die deutsche Cloud: Wortmann hat nach eigenen Angaben bereits 200 Partner für seine »Terra Cloud« gewinnen können. Im Frühjahr wird bereits die nächste Ausbaustufe im Hüllhorster Cloud-Zentrum in Betrieb genommen.

Mit den besten Grüßen

Samba Schulte

Stellv. Chefredakteur CRN