Schwerpunkte

Merkel in Japan

Zwischen Kaiser und digitaler Zukunft

06. Februar 2019, 05:45 Uhr   |  Lars Bube


Fortsetzung des Artikels von Teil 1 .

KI entmystifizieren

Die Bundesregierung verfolge intensiv den Handelsstreit zwischen den USA und China, sagt Merkel. Ein Konsumeinbruch in China als Folge des Handelskonflikts mit den USA sei in Deutschland und Japan sofort spürbar, da die Wirtschaften eng verflochten seien. Deshalb setzten sich Japan und Deutschland für eine multilaterale Handelsordnung und eine Reform der Welthandelsorganisation (WTO) ein. Dies werde auch starker Akzent der laufenden japanischen G20-Präsidentschaft sein.

Mahnende Worte findet sie gegen den unkontrollierten Einsatz Künstlicher Intelligenz (KI). Man müsse die KI entmystifizieren und ein nüchternes Verhältnis zu deren Einsatz haben. »Was wir tun, muss dem Menschen dienen« - und der Mensch müsse die Oberhand behalten. Das Wichtigste sei es, ethische Leitplanken für KI-Nutzung festzulegen. Dabei werde auch darüber gesprochen werden müssen, wie lange man noch eine menschliche Persönlichkeit sei. »Wenn ich aber einen Chip in mein Gehirn bekomme, damit ich schneller denken kann oder besser denken kann - bin ich dann auch noch derselbe Mensch? Wo endet mein Menschsein«, fragt Merkel fast philosophisch. Man werde eines Tages unser Denken lesen können. »Wollen wir das?«

Bei einem anschließenden deutsch-japanischen Wirtschaftsforum spricht sich die Kanzlerin für ein internationales Vorgehen beim Schutz großer Datenmengen wie bei KI aus. »Wenn jeder nur sein Süppchen kocht, macht uns das ja kaputt«, meinte die Kanzlerin. Japan werde das Thema auf die Tagesordnung des G20-Gipfels im Juni setzen. In diesem Bereich gebe es auch große Chancen der Zusammenarbeit zwischen Japan und Deutschland, der Nummer Drei und Vier der Weltwirtschaft.

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3. Hallo, Herr Kaiser

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