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Kabel-Deutschland-Übernahme

Vodafone gewinnt Prozess gegen US-Milliardär Singer

27. November 2019, 14:01 Uhr   |  dpa

Vodafone gewinnt Prozess gegen US-Milliardär Singer
© Vodafone

Übernahmen haben häufig unerwünschte Nebenwirkungen - und keineswegs nur für Arbeitnehmer und Management. Wenn Aktionäre mehr Geld herausschlagen wollen, bedeutet das Arbeit für die Justiz. In München setzt sich ein großer Konzern gegen einen Milliardär durch.

Der Mobilfunkanbieter Vodafone muss dem Hedgefonds des US-Milliardärs Paul Singer keine höhere Abfindung für seinen Anteil an der 2014 übernommenen Kabel Deutschland zahlen. Das Münchner Landgericht wies am Mittwoch die Klage der von Singer gegründeten Investmentfirma Elliott Management ab, die eine höhere Abfindung für ihre Aktien erstreiten wollte.

Vodafone hatte Kabel Deutschland 2014 übernommen. Aktionäre, die ihre Anteile verkauften, erhielten 84,53 Euro pro Aktie. Für die Anteilseigner, die nicht verkauften, gab es als Dividendenersatz einen jährlichen Ausgleich von 3,77 Euro je Aktie. Beides sei angemessen, entschied die 5. Handelskammer in ihrem 287-seitigen Beschluss.

Denn nach Einschätzung des Vorsitzenden Richters Helmuth Krenek und seiner Kollegen waren die damaligen Berechnungen von Vodafone zur Ermittlung des Aktienwerts plausibel. Der siegreiche Mobilfunkkonzern reagierte naturgemäß erfreut: »Wir begrüßen den Beschluss des Landgerichts München«, erklärte ein Sprecher.

Elliott ist dafür bekannt, kurz vor oder bei laufenden Übernahmeverfahren größere Aktienpakete zu kaufen und den Preis in die Höhe zu treiben. Der Hedgefonds hatte 13,5 Prozent der Kabel Deutschland-Anteile erworben und anschließend eine Sonderprüfung durchgesetzt, die beweisen sollte, dass die von Vodafone gebotenen Summen zu niedrig waren.

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2. Sonderprüfung läuft weiter

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