Schwerpunkte

Videoconferencing

Tandberg-Aktionäre opponieren gegen Kauf der Firma durch Cisco

16. Oktober 2009, 08:44 Uhr   |  Bernd Reder

Tandberg-Aktionäre opponieren gegen Kauf der Firma durch Cisco

Der Grund, warum Cisco Tandberg übernehmen will: Auf dem lukrativen Markt Videoconferencing und Telepresence spielt das Unternehmen derzeit keine Rolle. An die 41 Prozent der weltweit installierten Systeme stammen von Polycom, gut 26 Prozent von Tandberg.

Auf den Widerstand einer beträchtlichen Zahl der Aktionäre von Videoconferencing-Spezialist Tandberg stößt die Übernahme-Offerte von Cisco Systems. Sie sind mit dem Angebot in Höhe von rund 3 Milliarden Dollar unzufrieden.

Im ersten Halbjahr 2009 verkaufte Polycom weltweit die meisten Profi-Videokonferenzlösungen.
©

Im ersten Halbjahr 2009 verkaufte Polycom weltweit die meisten Profi-Videokonferenzlösungen.

Teurer als vorgesehen könnte Cisco Systems die Übernahme von Tandberg kommen. Etliche Aktionäre, die an dem Hersteller von Videokonferenzsystemen rund 24 Prozent der Anteile halten, wiesen das Angebot von Cisco in Höhe von 2,9 Milliarden Dollar zurück.

Offenkundig geht es den Aktionären nicht darum, den Kauf an sich zu torpedieren. Sie wollen einen höheren Preis herausschlagen. Ihre Forderungen untermauern sie mit dem Hinweis auf die guten Wirtschaftsdaten von Tandberg.

Im dritten Quartal des laufenden Geschäftsjahres (Ende: 30. September 2009) steigerte Tandberg den Umsatz um Vergleich zu 2008 um 11,6 Prozent auf 234,7 Millionen Dollar. Der operative Gewinn stieg von 45,3 Millionen auf 50 Millionen US-Dollar.

Cisco dürfte nachbessern

Speziell in den USA konnte Tandberg zulegen. Der Umsatz dort kletterte von 109,1 Millionen Dollar auf 129,7 Millionen. Im Geschäftsjahr 2008 erzielte die norwegische Firma einen Umsatz von 809 Millionen Dollar.

Eine Reaktion von Cisco auf die »Revolte« der Aktionäre steht noch aus. Es ist zu erwarten, dass der weltweit größte Hersteller von Netzwerkausrüstung sein Angebot nachbessert.

Dagegen gilt es als höchst unwahrscheinlich, dass sich ein Rivale von Cisco, etwa Polycom, Tandberg durch einen Überraschungscoup sichert. Das Management des norwegischen Herstellers hat sich bereits einmütig für Cisco ausgesprochen.

Daten zum Videokonferenzmarkt

Nach Daten der Beratungsfirma Wainhouse Research ist derzeit Polycom weltweiter Markführer bei professionellen Videokonferenz- und Telepräsenzsystemen. Rund 35 Prozent aller Geräte, die im ersten Halbjahr 2009 verkauft wurden, stammten von der amerikanischen Firma. Tandberg kam auf 31 Prozent, Cisco dagegen nur auf 1 Prozent.

Auch was die installierte Basis betrifft, hat Polycom die Nase vorn. Ende Juli dieses Jahres betrug der weltweite Marktanteil von Polycom 41 Prozent, der von Tandberg 26 Prozent. Cisco spielte mit weniger als 1 Prozent Anteil so gut wie keine Rolle in diesem Bereich.

Auf Facebook teilenAuf Twitter teilenAuf Linkedin teilenVia Mail teilen

Das könnte Sie auch interessieren

Polycoms »VVX1500«-Telefon kombiniert Voice over IP mit Video-Conferencing
Polycom-Paket für Dect: »Wireless-Office-in-a-Box«
Polycom: Voll ausgestattetes HD-Videokonferenzsystem für 5000 Euro
Polycom mit Dect-Lösung für Cisco
Video-Telefon mit CD- und DVD-Qualität von Tandberg
Telepresence-System für persönliche Meetings von Tandberg
Tandberg mit Webcam für HD-Video-Konferenzen
Cisco kauft für rund 3 Milliarden Dollar Tandberg

Verwandte Artikel

Tandberg

Videokommunikation