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T-Mobile und Orange machen in England gemeinsame Sache

08. September 2009, 08:43 Uhr   |  Bernd Reder | Kommentar(e)

T-Mobile und Orange machen in England gemeinsame Sache

Wollen T-Mobile U.K. in ein Mobilfunk-Joint-Venture mit der britischen Tochter von Orange einbringen: Telekom-Chef René Obermann (links) und Finanzvorstand Timotheus Höttges.

Die Bieterschlacht um die britische Tochter von T-Mobile hat eine überraschende Wendung erfahren. Weder Vodafone noch O2 werden den glücklosen Ableger des deutschen Mobilfunkriesen erwerben. T-Mobile-Chef Obermann setzt auf die Karte France Télécom.

Rund 3,5 Milliarden Pfund (umgerechnet rund 3,99 Milliarden Euro) wollten Vodafone und die Telefónica-Tochter O2 für die T-Mobile UK auf den Tisch legen. Wie berichtet (siehe Vodafone will britische Tochter von T-Mobile kaufen), möchte der deutsche Mobilfunkkonzern das unprofitable Geschäft auf der Insel loswerden.

Zunächst lief alles auf Vodafone als Käufer hinaus. Später gab auch O2 ein Angebot ab, das in etwa dem von Vodafone entsprach. Gerüchten zufolge waren die rund 4 Milliarden Euro allerdings für Telekom-Chef René Obermann zu wenig. Er hatte sich einen höheren Preis erhofft.

Nun setzt Obermann auf eine französisch-deutsche Kooperation. Wie T-Mobile und France Télécom gestern bekannt gaben, haben beide Unternehmen Verhandlungen über ein Joint Venture aufgenommen. An dem Gemeinschaftsunternehmen werden T-Mobile und die France-Télécom-Mobilfunksparte Orange jeweils 50 Prozent halten.

Joint Venture als Nummer eins in England

Es besteht aus den britischen Tochtergesellschaften der beiden Mobilfunkfirmen. Mit 28,4 Millionen Kunden und 37 Prozent Marktanteil wäre das Joint Venture der größte Anbieter von Mobilfunkservices in Großbritannien. Zum Vergleich: Die bisherige Nummer eins O2 kommt auf 27,1 Prozent, Vodafone auf 23,6 Prozent.

Basierend auf den Geschäftsdaten von 2008 würde Orange/T-Mobile UK einen Umsatz von 9,4 Milliarden Euro erzielen. Das Ergebnis vor Steuern, Schulden und Abschreibungen läge bei 2,1 Milliarden Euro.

Timotheus Höttges, Finanzvorstand der Deutschen Telekom, sagte: »Wir werden Marktführer, und davon profitieren unsere Kunden, zum Beispiel mit dem besten Breitband-Angebot im Mobilfunk.«

Auch Konkurrenten wollen zukaufen

Das Zusammengehen von T-Mobile und Orange auf dem britischen Markt hat Spekulationen angeheizt, auch O2 und Vodafone wollten sich durch einen Zukauf verstärken.

Übernahmekandidat Nummer eins ist 3 U.K., ein Unternehmenszweig von Hutchison Whampoa. Dieser Service-Provider hat derzeit einen Marktanteil von gerade einmal 7 Prozent und dürfte alleine nicht überlebensfähig sein.

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