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Suchtgefahr durch Social Media

03. Februar 2020, 14:28 Uhr   |  Britta Schultejans, dpa | Kommentar(e)

Suchtgefahr durch Social Media
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Instagram verzeichnet eine Milliarde Nutzer weltweit. Doch Psychologen warnen schon länger vor dem Suchtpotenzial sozialer Netzwerke. Die Wirtschafts-Journalistin Nena Schink beschreibt in ihrem Buch »Unfollow« ihre eigene Erfahrung als Influencerin auf Instagram.

2018 knackte Instagram die magische Marke von einer Milliarde User weltweit. Allein in Deutschland sind es rund 15 Millionen. Viele nutzen die Plattform jeden Tag, um Fotos von sich zu präsentieren - oder Bilder von anderen anzuschauen. Ein neues Buch warnt nun Instagram-Nutzer. Das soziale Netzwerk habe ein großes Suchtpotenzial, schreibt die Autorin Nena Schink (27) in »Unfollow - Wie Instagram unser Leben zerstört«, das am Freitag (7. Februar) auf den Markt kommt.

Schink, die sich als Wirtschafts-Journalistin mit Instagram und dem Phänomen Influencer befasst hat, kommt zu drastischen Urteilen: »Ich vergleiche meine Instagram-Aktivität gerne mit meiner Vorliebe für Zigaretten«, schreibt sie. »Die eine Angewohnheit schadet meiner Seele. Die andere meinem Körper.«

Im Interview der Deutschen Presse-Agentur in München fügt sie hinzu: »Facebook wurde gegründet, um mit Freunden in Verbindung bleiben zu können, LinkedIn, um beruflich voranzukommen. Aber auf Instagram gibt es nichts anderes als die Aufmerksamkeit der anderen zu gewinnen. Deswegen mutieren wir alle eigentlich zu Arschlöchern und es herrscht nichts vor als soziale Angeberei.«

Was sie meint, zeigt ein Blick auf die derzeit so populäre Dolly-Parton-Challenge: Nach dem Vorbild der Country-Ikone, die die Idee populär machte, zeigen sich Promis und Normalo-User unter dem Hashtag #dollypartonchallange derzeit in verschiedenen Rollen: seriös für LinkedIn, relativ normal für Facebook, sexy für Tinder - und grenzenlos cool, stylisch und gerne in Begleitung prominenter Bekannter bei Instagram.

Die Esslinger Psychologin Friederike Gerstenberg vom Berufsverband Deutscher Psychologinnen und Psychologen (BDP) sagt: »Je kommerzieller die Plattform wird, desto eher werden algorithmusfreundliche Posting-Manöver eingehalten. Und das wiederum kann sowohl bei der postenden als auch bei der folgenden Person zu Druck führen.«

Nach Angaben des 2017 gegründeten Bundesverbandes Influencer Marketing (BVIM) stand die Branche im vergangenen Jahr kurz davor, die Milliarde zu knacken. Der Verband geht davon aus, dass der Branchenumsatz in Deutschland, Österreich und der Schweiz 2020 bei 990 Millionen Euro liegen wird. Schätzungsweise verdienen im deutschsprachigen Raum bis zu 165.000 Menschen mit Instagram, Blogs oder Youtube-Videos Geld.

Und so ist ein großes Thema in Schinks Buch auch - der Kommerz. Schink seziert das Geschäftsmodell Influencerin, schreibt, wie entzaubernd es sein kann, die Frauen, die ein perfektes Instagram-Leben inszenieren, in der echten Welt zu treffen. Ein eigenes Kapitel widmet sie dem »Influencer-Wahnsinn auf dem Oktoberfest«.

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2. »Durch die intensive Nutzung entstehen gesundheitliche Probleme«

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