Schwerpunkte

T-Mobiles Mega-Fusion vor Gericht

Showdown in New York

09. Dezember 2019, 10:42 Uhr   |  dpa | Kommentar(e)


Fortsetzung des Artikels von Teil 1 .

Politik mischt mit

Die Telekom hält die Befürchtungen für unbegründet und verweist auf die weitreichenden Zugeständnisse, die gegenüber den Kartellwächtern vom Justizministerium bereits gemacht werden mussten. Hier sah der Kompromiss vom Juli neben einem starkem Engagement beim 5G-Netzausbau den Verkauf umfassender Geschäftsteile und Funkfrequenzen an den Satelliten-TV-Betreiber Dish vor. So soll verhindert werden, dass der Wettbewerb leidet. Die Gegner der Fusion glauben jedoch nicht, dass dies gelingt. Dish-Chef Charlie Ergen muss deshalb als Schlüsselzeuge im Prozess erklären, wie seine Firma quasi aus dem Stand zur neuen vierten Kraft im US-Mobilfunkmarkt werden soll.

Für die Telekom könnte der Showdown in New York das letzte Kapitel einer Geschichte werden, die die Bonner schon seit Jahren auf Trab hält. Bereits 2014 wollten T-Mobile und Sprint fusionieren, was schon damals an kartellrechtlichen Bedenken scheiterte. Bei einem weiteren Anlauf konnten sich die Telekom und der Sprint-Mehrheitseigner Softbank nicht auf Preis und Besitzverhältnisse einigen. Der aktuelle Plan steht seit 2018, die Konzerne setzten nach dem Machtwechsel in Washington große Hoffnung in US-Präsident Donald Trump. Dessen Regierung stimmte auch zu, doch die Bundesstaaten stellen sich quer.

Dadurch ist der Fall auch politisch hochbrisant. Dass sich regionale Staatsanwaltschaften gegen kartellrechtliche Entscheidungen auf Bundesebene wenden, ist ausgesprochen ungewöhnlich. In diesem Fall gerät die Telekom nicht nur zwischen die Fronten zwischen Washington und den mit der Trump-Regierung über Kreuz liegenden Küstenstaaten New York und Kalifornien, sondern auch zwischen die verhärteten Parteilinien. Alle klagenden Staatsanwälte gehören den Demokraten an - eine von der republikanischen Regierung erlaubte Fusion zu durchkreuzen, würde einen Sieg bei einer großen Machtprobe bedeuten.

Seite 2 von 3

1. Showdown in New York
2. Politik mischt mit
3. Sechs Milliarden Dollar Sparpotenzial pro Jahr

Auf Facebook teilenAuf Twitter teilenAuf Linkedin teilenVia Mail teilen

Verwandte Artikel

dpa, T-Mobile

Mobilfunk