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Zehn Prozent weniger Arbeitsplätze

Mitel baut 450 Stellen ab

11. Juni 2017, 18:00 Uhr   |  Folker Lück

Mitel baut 450 Stellen ab
© Mitel

Mitel-CEO Richard McBee: »Proaktive Kostensenkungsmaßnahmen«

Der Kommunikationsanbieter Mitel hat sich ein Sparprogramm verordnet und angekündigt, bis zum Jahresende weltweit rund zehn Prozent aller Jobs zu streichen. In der Schweiz wird laut Medienberichten jeder vierte Arbeitsplatz gestrichen.

Der Marktanteil von Mitel im Enterprise-Geschäft ist zuletzt kräftig gestiegen, über die Geschäftsentwicklung in den europäischen Märkten ist CEO Richard McBee »hocherfreut«. 364 Millionen US-Dollar an Schulden konnten im letzten Quartal zurückgezahlt werden, zudem wurde ein Aktienrückkaufprogramm initiiert. Insbesondere auf dem nordamerikanischen Markt soll es Mitel gerade gelingen, dem angeschlagenen Konkurrenten Avaya Marktanteile abzujagen. Alles bestens also?

Der kanadische Konzern, der vor knapp dreieinhalb Jahren den hauptsächlich in Europa erfolgreichen Konkurrenten Aastra übernahm und dadurch beispielsweise in Deutschland seinen Marktanteil massiv ausbauen konnte, hat sich ein Sparprogramm auferlegt. Wie CEO McBee bereits Anfang Mai ankündigte, soll die Belegschaft des weltweit rund 4.500 Mitarbeiter zählenden Unternehmens (Stand: 2015) um zehn Prozent reduziert werden. Wie CRN aus Unternehmenskreisen erfuhr, betrifft diese Maßnahme alle Ländergesellschaften.

Besonders hart trifft es derzeit die Schweizer Landesgesellschaft: Dort sollen laut Medienberichten 20 Stellen der ohnehin auf nur noch 80 Mitarbeiter geschrumpften Belegschaft gestrichen werden. Vor der Übernahme der ehemaligen Aastra durch Mitel waren am Standort Solothurn noch rund 170 Mitarbeiter beschäftigt. In Deutschland könnte der Stellenabbau rund 45 der etwa 450 Mitarbeiter betreffen. Auch hierzulande hatte Mitel seit der Aastra-Übernahme bereits Jobs abgebaut, indem freigewordene Positionen nicht neu besetzt wurden.

CEO Richard McBee will mit dem Stellenabbau in diesem Jahr rund 30 Millionen US-Dollar Kosten einsparen, was wohl insbesondere die Aktionäre zufrieden stellen soll: McBee spricht von »proaktiven Kostensenkungsmaßnahmen«, um »langfristige finanzielle Ziele« zu erreichen.

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