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Auslieferungsrekord und Rückkehr von ARM

Huawei trotzt dem US-Boykott

30. Oktober 2019, 10:58 Uhr   |  Lars Bube

Huawei trotzt dem US-Boykott
© Huawei

Allen Angriffen aus den USA zum Trotz verkauft Huawei mehr Smartphones als je zuvor. Auch hinsichtlich der weiteren Entwicklung seiner Kirin-SoCs gibt es gute Nachrichten für den chinesischen Hersteller.

Die ständigen Angriffe aus den USA und die aus den Handelsblockaden resultierenden Unsicherheiten, etwa hinsichtlich der weiteren Verwendung der Google-Dienste, treffen Huawei deutlich weniger als von US-Präsident Trump erhofft. Zumindest bei den Konsumenten genießt der Hersteller weiterhin hohes Ansehen und Vertrauen, wie die aktuellen Verkaufszahlen beeindruckend belegen. So konnte Huawei bereits vor einigen Tagen den Meilenstein von 200 Millionen in diesem Jahr verkauften Smartphones erreichen. Im vergangenen Jahr war diese Marke erst kurz vor Jahresende dank eines hervorragenden Weihnachtsgeschäfts erreicht worden, das nun erst noch bevorsteht. Unternehmensgründer Ren Zhengfei geht deshalb sogar davon aus, dass in diesem Jahr insgesamt bis zu 270 Millionen Geräte abgesetzt werden können.

Schon jetzt ist damit klar, dass sich die Verkaufszahlen nicht nur den Angriffen und Lieferverboten aus den USA, sondern auch dem schrumpfenden Weltmarkt widersetzen. Obwohl Apple durch seine neue iPhone-11-Generation zuletzt wieder etwas Aufwind bekam, gehen die Marktforscher deshalb auch davon aus, dass Huawei den im vergangenen Jahr eroberten zweiten Platz im Verkaufsranking der Hersteller weiter absichern und wahrscheinlich sogar noch weiter zu Samsung an der Spitze aufschließen kann.

Und auch an einem anderen Abschnitt der Front im Handelskrieg mit den USA kann Huawei erfreuliche Nachrichten vermelden. Nach intensiver Prüfung der US-Beschränkungen hat der Chipdesigner ARM jetzt entschieden, seine Technologie ab sofort wieder an Huawei zu liefern und lizenzieren. Entgegen ersten Befürchtungen aus dem Frühjahr habe man festgestellt, dass die eigenen Produkte eindeutig britischen Ursprungs und damit nicht vom amerikanischen Embargo gegen Huawei betroffen seien, so das Unternehmen. Damit ist die weitere Versorgung und Entwicklung der Kirin-SoCs gesichert, die der chinesische Konzern selbst entwickelt, um nicht abhängig von Lieferanten wie Qualcomm zu sein. Das dürfte auch viele Nutzer freuen, gelten die Kirin-Chips doch als besonders leistungsfähig und innovativ und sind damit eine tragende Säule des Erfolgs von Huawei im Smartphone-Segment.

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