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Wachsende Smartphone-Verkaufszahlen

Huawei schlägt Apple trotz US-Bann

25. November 2019, 11:22 Uhr   |  Lars Bube

Huawei schlägt Apple trotz US-Bann
© Huawei

Trotz der spürbaren Folgen des US-Banns entwickelten sich Huaweis Smartphone-Verkaufszahlen im letzten Quartal in Europa besser als die von Mitbewerbern wie Apple.

Die Blockade durch die USA hat Huaweis starkem Wachstum bei den Smartphoneverkäufen in Europa zumindest vorläufig ein Ende gesetzt. Nach mehreren Jahren mit zweistelligen Wachstumsraten stagnieren die Verkaufszahlen nun. Laut den Marktforschern von Canalys konnte Huawei europaweit im dritten Quartal insgesamt 11,6 Millionen Smartphones absetzen, etwas weniger als noch im Vorjahr. Und das, obwohl der Markt zwischen Juli und September einen überraschenden Wachtumssprung hinlegte. Nachdem die Verkaufszahlen zuletzt stetig im Sinkflug gewesen waren, verzeichnete Canalys im Q3 einen um acht Prozent auf 52,5 Millionen Geräte gestiegenen Absatz. Damit war Europa in diesem Zeitraum sogar der am stärksten wachsende regionale Markt weltweit. Auch weltweit wurde erstmals seit zwei Jahren wieder ein Wachstum des Marktes verzeichnet.

Trotz dieser deutlichen Bremse durch das Störfeuer aus den USA darf das Abschneiden Huaweis durchaus als eine Art Erfolg gewertet werden. Zum einen bedeutet es ein Absatzplus von etwa 40 Prozent gegenüber dem zweiten Quartal. Zum anderen hatten die meisten Analysten mit einem deutlich größeren Einbruch gerechnet, nachdem Huawei und seine Kunden bei allen neuen Modellen mit großen Einschränkungen bei Android und den dazugehörigen Google-Diensten zu kämpfen haben. Zum Vergleich: Apple, das nach Trumps Lesart eigentlich vom Vorgehen gegen Huawei profitieren sollte, musste im gleichen Zeitraum in Europa einen Rückgang der Verkaufszahlen um vier Prozent hinnehmen. So konnte Huawei mit einem Marktanteil von gut 22,2 Prozent seinen zweiten Platz vor Apple (18,6 Prozent) behaupten.

Größter Profiteur vom Aufschwung auf dem europäischen Markt war Xiaomi. Der chinesische Marktbegleiter von Huawei konnte einen Absatz um sagenhafte 73 Prozent auf 5,5 Millionen Smartphones steigern. Hier zeigt sich, dass sich der Auf- und Ausbau des europäischen Vertriebsnetzes für Xiaomi bezahlt macht. Aber auch Marktführer Samsung konnte die positive Entwicklung für sich nutzen und seinen Absatz auf 18,7 Millionen Geräte steigern, über ein Viertel mehr als noch 2018.

Um 21 Prozent bergab ging es hingegen für den Fünftplatzierten, HMD Global, dessen Nokia-Smartphones nach einem starken Markteinstieg vor knapp drei Jahren zuletzt nicht mehr so gefragt waren. Auch die anderen Hersteller wie Sony, LG und Motorola mussten insgesamt bittere Einbußen der Verkaufszahlen um 24 Prozent hinnehmen und haben nun zusammengenommen nur noch einen minimal größeren Marktanteil als Xiaomi.

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