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USA setzen Huawei auf schwarze Liste

Google liefert keine Android-Updates mehr für Huawei

20. Mai 2019, 07:59 Uhr   |  Daniel Dubsky

Google liefert keine Android-Updates mehr für Huawei
© Rawf8 - AdobeStock

Die USA eskalieren den Streit mit Huawei. Das US-Handelsministerium hat den chinesischen Hersteller auf die Liste der schwarzen Firmen gesetzt. Erste Konsequenz: Google stellt die Lieferung von Updates für Android ein.

Am vergangenen Mittwoch hatte US-Präsident Donald Trump den nationalen Notstand in der Telekommunikation ausgerufen, der US-Unternehmen die Nutzung bestimmter Technik und Hersteller untersagt – zum »Schutz vor ausländischen Feinden«. Auf der schwarzen Liste landete am Freitag dann wenig überraschend Huawei, das bereits seit Monaten im Fadenkreuz der US-Behörden steht. Man sei zu dem Schluss gekommen, dass Huawei »an Aktivitäten beteiligt ist, die der nationalen Sicherheit und den außenpolitischen Interessen der USA entgegenstehen«, erklärte das Handelsministerium.

Um amerikanische Technologie an Hersteller auf der schwarzen Liste zu liefern, ist damit ab sofort die explizite Genehmigung des Bureau of Industry and Security (BIS) notwendig. Als erste Konsequenz hat daher Google die Geschäftsbeziehungen mit Huawei größtenteils eingestellt. Der Nachrichtenagentur Reuters zufolge wird der US-Hersteller dem chinesischen Smartphone-Produzenten keinerlei Hardware, Software oder Services mehr liefern – lediglich auf den als Open Source veröffentlichten Code des Android-Projekts kann Huawei weiter zugreifen.

Besitzer von Huawei-Geräten werden allerdings weiterhin Google Play und andere Google-Dienste nutzen können, erklärte ein Sprecher des Unternehmens gegenüber Reuters. Künftige Geräte dürften jedoch ohne Google Play, Youtube oder Gmail daherkommen – zumindest solange, bis der Streit beigelegt ist. Zudem hat Huawei in den vergangenen Jahren bereits eigene Angebote entwickelt, allerdings in erster Linie für den chinesischen Heimatmarkt, auf den die meisten Google-Apps geblockt sind. Ob der Hersteller diese nun auch in anderen Ländern verfügbar macht, bleibt abzuwarten, ebenso wie es künftig um die Update-Versorgung der Huawei-Geräte bestellt ist.

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