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Smartphones mit Licht desinfizieren

Fraunhofer-Forscher entwickeln Desinfektionsgerät für Smartphones

06. April 2020, 10:27 Uhr   |  Michaela Wurm | Kommentar(e)

Fraunhofer-Forscher entwickeln Desinfektionsgerät für Smartphones
© Thomas Westerhoff/Fraunhofer IOSB-AST

Forscher des Fraunhofer-Instituts haben eine Lösung zum Desinfizieren von Smartphones entwickelt.

Forscher des Fraunhofer-Instituts haben eine Lösung zum Desinfizieren von Smartphones entwickelt. Diese können mittels UVC-Licht innerhalb weniger Sekunden von Bakterien und Viren wie SARS-CoV-2 befreit werden. Für die kommerzielle Verwertung sucht das Institut jetzt Partner aus der Wirtschaft.

Mobile Devices werden täglich unzählige Male in die Hand genommen. Meist spielen hygienische Aspekte dabei eine eher untergeordnete Rolle. Im klinischen Bereich sieht es jedoch anders aus. Hier werden Tablets und Smartphones inzwischen vielseitig genutzt und gehen auch von Hand zu Hand. Eine Desinfektion ist daher zur Verhinderung von Erregerübertragungen unbedingt nötig. Der Einsatz von chemischen Mitteln verbietet sich hier allerdings, da die fettabweisende Beschichtung der Displays dadurch zerstört wird. Forscher vom Fraunhofer IOSB-AST aus Ilmenau haben jetzt eine technische Innovation entwickelt, die das Problem löst:

Sie sieht von außen wie eine handelsübliche Mikrowelle aus. Im Inneren kommen aber so genannten UVC-LEDs – Leuchtdioden, die mit ultraviolettem Licht arbeiten – mit einer Wellenlänge von 269nm zum Einsatz. Insgesamt sind zwei separate UVC-LED-Module mit jeweils 10 UVC-LEDs für die Ober- und Unterseite des Smartphones verbaut. Jede UVC-LED besitzt eine Leistung von 100 Milliwatt, sodass die Gesamtstrahlleistung zwei Watt beträgt. So wird in nur wenigen Sekunden eine Bestrahlungsdosis von 800 J/m² erreicht, was eine effiziente Inaktivierung von Bakterien und Viren ermöglicht.

Smartphones werden mit der Lösung aber nicht nur einfach per Licht desinfiziert, sondern über einen NFC-Reader auch identifiziert, die applizierte Dosis über einen Sensor erfasst und protokolliert. Somit ist jeder Desinfektionsvorgang validierbar und dem jeweiligen Gerät eindeutig zuzuordnen. Ein LCD-Display informiert den Nutzer über die wichtigsten Funktionen. Weiterhin können nachgelagerte IT-Systeme per W-LAN und Webinterface integriert werden.

Die Anwendungsgebiete der Handydesinfektion reichen dabei vom klinischen Bereich über die private und gewerbliche Nutzung bis hin zum Eventmarkt. Der Prototyp wird voraussichtlich im September 2020 auf der IFAT, der Weltleitmesse für Wasser-, Abwasser-, Abfall- und Rohstoffwirtschaft in München, präsentiert werden.

Für die kommerzielle Verwertung sucht das Fraunhofer IOSB-AST noch Partner aus der Wirtschaft.

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