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Messtechnik für konvergente Netze aus Voice, Video und Daten

Fehlersuche und Analyse in VoIP-Netzen

09. Juni 2010, 16:56 Uhr   |  Ralf Ladner

Fehlersuche und Analyse in VoIP-Netzen

Predeployment: Messen schützt vor Fehlern

Die Integration von VoIP in die Geschäftsanwendungen (Unified-Communications) gilt inzwischen als treibender Faktor für den Umbruch in der Unternehmenskommunikation. UC und VoIP versprechen nicht nur echte Kosteneinsparungen und Produktivitätssteigerungen, sondern sorgen auch für eine noch stärkere Integration der Sprach- und Videodienste in die Unternehmensprozesse.

Die Integration der Sprach-, Video- und der Datendienste auf einer einheitlichen IP-Transportplattform vereinfacht die Kommunikationsinfrastrukturen. Gleichzeitig werden jedoch wesentlich höhere Anforderungen an Funktionalität und die Zuverlässigkeit der Netzwerke gestellt. Diese Integration birgt potenzielle Gefahren und es kann beim VoIP-Betrieb zu erheblichen Störungen kommen. In der Praxis wird von den Netzverantwortlichen die Echtzeitfähigkeit der IP-Netze oft überschätzt. Auch wird übersehen, dass Sprach- und Videoanwendungen sehr sensibel reagieren und sich als wenig tolerant gegenüber Lastspitzen und zu hoher Bandbreitenauslastung zeigen. Die Konsequenzen bei VoIP und Video sind erheblich und resultieren in einer schlechten Video/Sprachqualität, Knacken und Rauschen oder gar Abbrüche von Telefonaten und Videoübermittlungen.

Mit einem leistungsfähigen Messwerkzeug ist der Netzadministrator in der Lage, den gesamten VoIP-Verkehr aufzuzeichnen, auszuwerten und VoIP-Probleme schnell zu beheben.

Vor Fehlern ist kein VoIP- bzw. Datennetz geschützt, deshalb muss der Administrator in der Lage sein, die VoIP- bzw. Netzprobleme auf dem Kabel lokalisieren zu können. Wenn die Bordmittel des Betriebssystems nicht mehr ausreichen, um Problemen im VoIP-Netzwerk auf die Spur zu kommen, müssen schwerere Geschütze aufgefahren werden, die einen Blick "in" bzw. "auf" das Kabel ermöglichen. Ein solches spezialisiertes Analysewerkzeug ist nicht Bestandteil der Rechner und muss deshalb speziell beschafft werden.

Die Ursachen für Netzwerkprobleme haben sich in den vergangenen Jahren deutlich verändert. Lagen sie früher häufig bei den physischen Komponenten wie Verkabelung, Netzwerkkarten, Switches oder Routern, so sind sie heute zum überwiegenden Teil auf den höheren OSI-Schichten der Layer 4 bis 7 zu suchen. VoIP erfordert jedoch das korrekte Zusammenspiel aller Schichten und erhöht somit die Komplexität bei der Fehlersuche. Besonders wichtig ist die Ende-zu-Ende-Beurteilung der Spracheigenschaften, wie beispielsweise die Verzögerung, der Jitter und die Paketverluste. Darüber hinaus hängt die Übertragungsqualität auch von der Netzverfügbarkeit und den individuellen Eigenschaften der genutzten Telefone und Gateways ab.

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1. Fehlersuche und Analyse in VoIP-Netzen
2. Fallstricke der VoIP-Telefonie (Signalisierung)
3. Streams
4. Codecs
5. VoIP-Analyse
6. Typische VoIP-Probleme(Bandbreite)
7. Paketverluste
8. Verzögerung
9. Jitter
10. Sequenzfehler
11. Qualität der Codecs
12. MOS-Wert und R-Faktor
13. Aufzeichnung von VoIP-Verbindungen
14. Filterfunktion
15. Aufzeichnung der Sprache
16. Statistiken
17. Fazit
18. Rechtliche Aspekte

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