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Zoom statt Jetset

Dienstreisen adé?

24. Juli 2020, 11:22 Uhr   |  Larissa Schwedes und Weronika Peneshko, dpa | Kommentar(e)

Dienstreisen adé?
© juniart - Fotolia

Die Corona-Krise hat Homeoffice und Videoconferencing einen enormen Aufschub gegeben. Große deutsche Konzerne hinterfragen zunehmend die Notwendigkeit von Dienstreisen. Wird dieser Trend anhalten?

»Wenn jemand eine Reise tut, so kann er was erzählen.« Als der Dichter Matthias Claudius im 18. Jahrhundert diese Worte schrieb, waren Videokonferenzen noch Zukunftsmusik. Heute lässt sich auch über Zoom, Skype oder Teams eine Menge erzählen - und das nicht erst seit Corona. Doch die Pandemie hat nicht nur Liebenden und Verwandten, sondern auch Unternehmen vor Augen geführt, dass Austausch ebenso virtuell möglich ist.

Vor dem Morgengrauen aufstehen, zum Check-in für den ersten Flug von Köln nach Berlin hechten, um sich dort eine Stunde lang mit Geschäftspartnern auszutauschen und noch am gleichen Tag wieder zurückzufliegen: Was in vielen Unternehmen Alltag war, wirkte schon vor Corona nicht mehr zeitgemäß. Viel CO2 landete in der Atmosphäre der supermobilen, dezentralen Arbeitswelt. Dann kam die Pandemie - und zwang die Welt, endlich einmal genauer zu überlegen: Muss das wirklich sein?

Deutsche Post, Deutsche Telekom, Deutsche Bank, Rheinmetall, Zalando, Evonik, RWE, Thyssenkrupp oder Bayer: Fragt man große deutsche Konzerne, ist die Einigkeit über die Branchen hinweg groß: »Nach Corona« werden nicht mehr so viele Dienstreisen stattfinden wie vorher - die Lehren der Pandemie werden bleiben.

Für global agierende Unternehmen wie die Post mit Mitarbeitern in 220 Ländern gehören Treffen per Video schon lange zum Alltag. Aber: »Die Pandemie hat hier als Katalysator fungiert und der virtuellen Zusammenarbeit einen weiteren Schub gegeben«, sagt eine Post-Sprecherin. In den meisten Fällen habe es keine inhaltlichen Einbußen gegeben, sogar Länderbesuche hätten virtuell stattgefunden. Auch der Rüstungskonzern Rheinmetall berichtet von langwierigen, länderübergreifenden Vertragsverhandlungen, die mit Kunden auf einmal auch per Video möglich waren.

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1. Dienstreisen adé?
2. Mischung aus echten und digitalen Treffen

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