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Date abgeblasen

Die Hosen lässt nur ­einer runter

26. Februar 2020, 11:10 Uhr   |  kopfnuss@crn.de

Die Hosen lässt nur ­einer runter
© Дмитрий Поташкин / Adobe Stock

Pünktlich zum Valentinstag wollte Facebook den Startschuss für ihre Dating-Funktion ertönen lassen. Die Datenschutzprüfung hat dem Ganzen nun einen Strich durch die Rechnung gemacht und paarungswillige Facebook-Jünger müssen sich gedulden, bis sie via Facebook auf die Liebe ihres Lebens treffen.

Ach ja, der Valentinstag. Das ist, wenn die Herzen der Floristen und Chocolatiers höher schlagen, wenn die Damenwelt den Herren der Schöpfung die Hölle heiß macht, wenn sie sich nicht wie ein erlegtes Wild mit Rose im Mund auf der Fußmatte drapieren, um der Angebeteten ihre tiefe Liebe zu bezeugen. Alles nur ein Marketing-Gag? Weit gefehlt! Neben dem Gedenktag des heiligen Bischof Valentin soll der 14. Februar auch den Beginn der Paarungszeit der Vögel markieren.

Der perfekte Tag also, um eine App für Paarungswillige ins Leben zu rufen, dachte sich Facebook und wollte eine hauseigene Flirt-Funktion in Europa starten. Alle Nutzer über 18 können ein separates Dating-Profil anlegen, auf dem man sich im Gegensatz zum anderen Profil nochmals so richtig rausputzt. Facebook übernimmt auf der sexy Seite dann das Verkuppeln und schlägt auf Basis der verfügbaren Daten des Nutzers ein passendes Date vor. Soweit der Plan.

Allerdings ließ am 14. Februar nur Facebook die Hosen runter, denn das Unternehmen hat es versäumt, der irischen Datenschutz­behörde IDPC eine entsprechende Prüfung zu ermöglichen. Sie ist für den Konzern zuständig, da dessen europäische Zentrale in Dublin sitzt. Anfängerfehler! Das ist ja so, als würde man sich bei einem Date tatsächlich für den Namen des Gegenübers interessieren. Warum nicht einfach pauschal jede neue Flamme »Schatz« nennen?

Aktuell hapert es also an den Sicherheitsvorkehrungen beziehungs­weise an deren Prüfung. Gut, da kann man ja ein Auge zudrücken. Aber wie sieht es mit Fotos aus, die zu viel Haut zeigen? Das macht das Ganze doch erst so interessant auf den Apps und Dating-Funktionen dieser Welt. Frauen, die lustig vor einer Sehenswürdigkeit und dem Meer in die Luft springen oder Männer, die »lässige Posen« vor ihren Autos oder beim Sporteln einnehmen, sorgen ja schon sonst auf Facebook für Gänsehaut. Auf anderen einschlägigen Kennenlern-Plattformen plagt man sich damit zwar auch herum, bekommt aber wenigstens hier und da einen sensationellen Lacher serviert, weil sich jemand allzu »unwiderstehlich« im Adams- oder Evakostüm räkelt. Bei Facebook heißt es diesbezüglich Fehlanzeige. Schade eigentlich.

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