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Mehr Videokonferenzen, mehr Streaming

Corona-Krise lässt Internet-Traffic anwachsen

27. März 2020, 07:07 Uhr   |  Daniel Dubsky | Kommentar(e)

Corona-Krise lässt Internet-Traffic anwachsen
© DE-CIX

Patchkabel am DE-CIX Internet-Knoten in Frankfurt

Selbst wenn es nur noch Heimarbeit geben würde und man die Fußball-EM parallel dazu übertragen müsste, könne man genug Bandbreite liefern, beruhigt der Betreiber des weltgrößten Internet-Knoten DE-CIX in Frankfurt.

Weil viele Menschen wegen der Corona-Krise derzeit zu Hause arbeiten und auch ihre Freizeit größtenteils dort verbringen, steigt der Internet-Traffic weltweit an. Wie sehr, das zeigen Zahlen des größten Internet-Knotens DE-CIX in Frankfurt. Dort hat sich das durch Videokonferenzen verursachte Datenvolumen seit dem Beginn der staatlich verordneten Maßnahmen zur Eindämmung der Pandemie verdoppelt. Der Traffic in Content Delivery Networks, die beispielsweise Videos für Streaming-Dienste bereitstellen, wuchs um 50 Prozent – das sei ein Sprung von mehreren Hundert Gigabit pro Sekunde, betont der Betreiber.

Insgesamt nahm der durchschnittliche Traffic am DE-CIX in dieser Woche ebenso wie in der Vorwoche um zehn Prozent zu. An anderen Internet-Knoten war es noch deutlich mehr: In Hamburg lag das Plus etwa bei 30 Prozent, in Dubai bei 15 Prozent.

Neben Streaming erfährt auch Online-Gaming durch Corona einen Schub. Die Zahl der Nutzer von Online- und Cloud-Gaming-Plattformen hat sich am DE-CIX binnen einer Woche verdoppelt.

Dass es am DE-CIX nun zu Kapazitätsengpässen kommt, steht allerdings nicht zu befürchten. Der Betreiber rüstet die Technik stetig auf, um rund 20 Prozent Traffic-Wachstum im Jahr abzufangen, zudem hält er stets 25 Prozent freie Kapazitäten bereit. »Selbst wenn alle Unternehmen in Europa ausschließlich remote arbeiten würden, mit all ihren Mitarbeitern im Home Office, und die Fußball-Europameisterschaft parallel dazu übertragen werden würde, könnten wir die notwendige Bandbreite verfügbar machen«, beruhigt man.

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