Schwacher Jahresauftakt: 5G-Auktion belastet United Internet und Drillisch

United Internet mischt gerade in der 5G-Frequenzauktion den Status Quo der etablierten Netzbetreiber auf. Für die Zahlen der Firma zum ersten Quartal war die Versteigerung jedoch eine Belastung.

Umsatz und Ergebnis unter den Erwartungen

Bei Umsatz und Ergebnis hatten sich Analysten zuvor allerdings mehr ausgerechnet. Die United-Internet-Aktie lag nach dem Mittagshandel um neun Prozent im Minus bei 30,65 Euro. Das Papier der ebenfalls notierten Tochter 1&1 Drillisch fiel mit einem zwischenzeitlichen Abschlag von neun Prozent auf unter 28 Euro auf den tiefsten Stand seit Ende 2014. Beide Aktien leiden seit geraumer Zeit stark unter den Unsicherheiten rund um die Auktion von Mobilfunkfrequenzen. Drillisch-Papiere etwa waren Anfang 2018 noch über 70 Euro wert gewesen, United-Internet-Titel fast 60 Euro.

Bei United Internet ist der zähe 5G-Bieterkampf nicht nur eine Frage der reinen Ausgaben für Frequenzen: Der Aufbau eines eigenen Mobilfunknetzes würde das Geschäftsmodell grundlegend umkrempeln. Dommermuth sieht die Chance, mit weiter wachsenden Kundenzahlen ein eigenes Netz profitabel betreiben und die eigenen Geschäfte deutlich ausbauen zu können.

Zuerst einmal geht das aber ins Geld der Aktionäre: Sowohl United Internet als auch 1&1 Drillisch werden nur eine Mini-Dividende von 5 Cent je Aktie zahlen, wenn das Unternehmen am 20. Mai noch im Rennen um Frequenzen ist. Dommermuth ist mit 40 Prozent der größte Aktionär von United Internet. An 1&1 Drillisch hält der Mutterkonzern knapp drei Viertel der Anteile.

Der auf die Aktionäre entfallende Konzerngewinn ging von 83,5 Millionen Euro ein Jahr zuvor auf 49 Millionen Euro zurück, vor allem weil eine Wertminderung auf den 28,5-Prozent-Anteil am Kabelnetzbetreiber Tele Columbus mit 43 Millionen Euro zu Buche schlug. Im laufenden Jahr hat der Aktienkurs von Tele Columbus fast die Hälfte verloren, über zwölf Monate gesehen sogar fast 80 Prozent.

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