Nach dem Roaming-Aus: Kosten für Anrufe ins EU-Ausland nun gedeckelt

Es ist eines der Vorzeigeprojekte der EU: Fürs Telefonieren und Texten im EU-Ausland fallen seit fast zwei Jahren keine Extragebühren mehr an. Ab Mittwoch profitieren Verbraucher von weiteren EU-Regeln.

(Foto: Fotolia / travnikovstudio)

Aus dem Spanien-Urlaub kurz zuhause anrufen? Seit dem Wegfall der Roaming-Gebühren in der EU ist das ohne horrende Telefonrechnung möglich. Für die EU ist es ein Vorzeigeprojekt, denn selten ist der persönliche Nutzen der Staatengemeinschaft so unmittelbar spürbar. Am Mittwoch kommt ein weiterer Bonus hinzu. Dann werden die Gebühren für Telefonate und SMS aus dem Heimatland ins EU-Ausland gedeckelt. Verbraucherschützer begrüßen die neuen Regeln - sehen aber noch Luft nach oben.

Der Unterschied zwischen dem Roaming-Aus vor zwei Jahren und den neuen Regeln wirkt auf den ersten Blick minimal - ist aber entscheidend. Das musste auch Bundesjustizministerin Katarina Barley (SPD) erfahren. Nachdem sie viel in die Niederlande telefoniert habe, habe sie eine Rechnung über rund 400 Euro bekommen, erzählte Barley im vergangenen Jahr. Ihr Freund ist der niederländische Basketballtrainer Marco van den Berg.

Was sie offenbar nicht wusste: Für Gespräche ins EU-Ausland gilt die Roaming-Verordnung nicht. Stattdessen geht es darum, dass der Handytarif im EU-Ausland genau so gilt wie zuhause. Beim Heimatanruf aus dem Urlaub sparen Verbraucher also bares Geld.

Bei Anrufen aus dem Heimatland in ein anderes EU-Land - wie in Barleys Fall - greift diese Regelung allerdings nicht. Ruft eine Deutsche also ihren Freund in den Niederlanden an, der eine niederländische Telefonnummer hat, konnte es bislang teuer werden. Laut Europäischem Verbraucherverband fielen in Deutschland bislang bis zu 1,99 Euro pro Minute für Auslandsgespräche per Handy an.

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