Überraschendes Ende der Streitigkeiten: Qualcomm und Apple schließen Frieden

Erst Anfang der Woche hatte ein weiterer Prozess in der langen Auseinandersetzung zwischen Qualcomm und Apple begonnen, doch nun haben die beiden Hersteller überraschend eine Einigung erzielt und alle Auseinandersetzungen beigelegt.

(Foto: Apple)

Überraschend haben Qualcomm und Apple mitgeteilt, dass sie alle ihre Streitigkeiten beigelegt haben. Die beiden Unternehmen waren in einen langen Rechtsstreit verwickelt, unter anderem weil der Chiphersteller dem iPhone-Produzenten vorwarf, seine Marktmacht zu missbrauchen und sich um Lizenzzahlungen herumzudrücken. Apple wiederum argumentierte, Qualcomm würde doppelt abkassieren: Lizenzgebühren für die Chips und dann noch einmal beim Verkauf der Smartphones.

Zahlreiche Verfahren wurden zwischen den beiden Unternehmen ausgefochten, darunter auch in Deutschland, wo Qualcomm ein Verkaufsverbot für einige iPhones mit bestimmten Intel-Chips durchsetzen konnte. In denen soll eine Technologie des Drittherstellers Qorvo zur Anpassung des Stromverbrauchs Patente von Qualcomm verletzen. Apple nahm die Geräte vom deutschen Markt und brachte sie erst im Februar in einer modifizierten Variante zurück – ausgerechnet mit Qualcomm-Chips.

Nun haben sich Qualcomm und Apple allerdings geeinigt und ein Lizenzabkommen über sechs Jahre mit der Option auf eine zweijährige Verlängerung geschlossen. Dazu kommt ein mehrjähriges Lieferabkommen für Chipsätze und eine Zahlung unbekannter Höhe von Apple. Alle Rechtsstreitigkeiten, auch mit Apple-Zulieferern, werden damit beendet – auch das Verfahren, das erst Anfang der Woche in Kalifornien begonnen hatte.