Staat rechnet mit Milliardeneinnahmen: 5G-Mobilfunkauktion vor dem Start

Fast 100 Milliarden D-Mark spülte die erste Mobilfunk-Auktion im Jahr 2000 ins Staatssäckel. Die damalige Goldgräberstimmung in der Telekommunikationsbranche ist längst vorbei, nun steht eine weitere Auktion an - die ist wichtig für ganz Deutschland.

(Foto: BlueSkyImages - AdobeStock)

Vor dem Start der 5G-Mobilfunkauktion hat Behördenchef Jochen Homann die Bedeutung der Frequenzvergabe betont. »Wir wollen mit dieser Versteigerung einen Beitrag leisten für das Thema Gigabitgesellschaft und insbesondere für das Thema Industrie 4.0«, sagte Homann am Montag in Mainz. Er verwies darauf, dass sich die Frequenzen vor allem für die Industrie eigneten.

Am Dienstagmorgen um 10 Uhr startet die Versteigerung, die wohl mindestens drei Wochen dauern wird. Ins Rennen gehen die bisherigen Netzbetreiber Deutsche Telekom, Vodafone und Telefónica sowie der Neueinsteiger Drillisch vom Konzern United Internet. Fachleute rechnen mit Staatseinnahmen von drei bis fünf Milliarden Euro.

Homann zeigte sich zudem zuversichtlich, dass es künftig weniger Funklöcher geben wird. »Wir teilen das Interesse der Politik an einer besseren Flächenversorgung.« Die Netzbetreiber, die bei der Auktion den Zuschlag bekommen, müssen laut Ausbauregeln der Bundesnetzagentur bis Ende 2022 alle Autobahnen und ICE-Strecken sowie die wichtigsten Bundesstraßen mit schnellem Internet versorgen. In einem zweiten Schritt müssen bis Ende 2024 die restlichen Bundesstraßen angeschlossen werden, es gilt hierfür eine Mindest-Übertragungsrate von 100 Megabit pro Sekunde. Für Landstraßen, wichtige Flüsse und Kanäle sowie die übrigen Zugstrecken gilt eine Ausbaupflicht für ein Mindesttempo von 50 Mbit pro Sekunde.

Die Auktion ist eine langwierige Sache - ähnliche Verfahren in den vergangenen zwei Jahrzehnten dauerten zwischen drei und sechs Wochen. Grund für die Dauer: Erst wenn auf keinen einzigen der 41 Blöcke mehr geboten wird, wird die Auktion für beendet erklärt - gibt es auch nur ein einziges weiteres Gebot auf einen Block, wird alles verlängert. Im Verfahren kommt es zu häufigen Verschiebungen der Gemengelage, daher bieten Unternehmen immer wieder auf andere Blöcke als zuvor.

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