Breitbandmessung der Bundesnetzagentur: Nur knapp 13 Prozent der Nutzer erhalten im Festnetz die versprochene Bandbreite

Die Schere zwischen vertraglich vereinbarter und tatsächlicher erreichter Bandbreite klafft nach wie vor auseinander. Die Bundesnetzagentur sieht Handlungsbedarf.

(Foto: Silvano Rebai / Fotolia)

Die Bundesnetzagentur hat zum dritten Mal die Ergebnisse ihrer Breitbandmessungen veröffentlicht. Weiterhin sind viele Kunden weit von den beworbenen Maximalgeschwindigkeiten entfernt – gegenüber der letzten Ausgabe sind eigentlich keine Verbesserungen festzustellen. »Auch im dritten Jahr unserer Breitbandmessung zeigen sich wenig Veränderungen: Über alle Bandbreiteklassen und Anbieter hinweg erreichen Kunden erneut oft nicht die maximale Geschwindigkeit, die ihnen in Aussicht gestellt wurde. Obwohl die Ergebnisse bei einzelnen Bandbreiten und zwischen den Anbietern unterschiedlich ausfallen, zeigen sie, dass es nach wie vor Handlungsbedarf bei den Breitbandanbietern gibt«, sagt Jochen Homann, Präsident der Bundesnetzagentur.

Im Festnetz erreichen lediglich 12,8 Prozent der Nutzer die vereinbarte Maximalbandbreite oder mehr. 28,7 Prozent erhalten dagegen nicht mal die Hälfte. Im Messungszeitraum 2016/2017 waren die Ergebnisse nahezu identisch (12 Prozent und 28,4 Prozent).

Laut der Bundesnetzagentur scheiden vor allem ADSL-Anschlüsse mit Geschwindigkeiten zwischen 8 und 18 MBit/s schlecht ab. Aber auch in der gehobenen Breitbandklasse mit Geschwindigkeiten zwischen 200 und 500 MBit/s gibt es Mängel. Dort fallen Geschwindigkeiten vor allem in den abendlichen Peak-Zeiten stark ab.

Auch die Zufriedenheit der Kunden wurde von der Bundesnetzagentur abgefragt. Und die ist, wenig überraschend, dort am höchsten, wo die gemessenen Datenübertragungsraten nah an den vereinbarten Werten liegen, diese erreichen oder übertreffen. Insgesamt liegt der Anteil der Kunden, die die Leistung ihres Anbieters mit »sehr gut«, »gut« oder »zufriedenstellend« bewerten bei 62 Prozent – und ist damit leicht rückläufig (letzte Erhebung: 64,2 Prozent).

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