Die Grenzen des neuen Mobilfunknetzes: Warum 5G (zunächst) nicht an jeder Milchkanne verfügbar sein wird

Mit dem Mobilfunkstandard 5G sind hohe Erwartungen verbunden. In den Gegenden mit großen Funklöchern hoffen die Handy-Nutzer auf Besserung. Doch ausgerechnet die 5G-Frequenzen, die nun versteigert werden, eignen sich kaum für eine flächendeckende Versorgung.

(Foto: Deutsche Telekom)

Es war eigentlich nur ein flotter Spruch in einem Interview zur geplanten Auktion der 5G-Mobilfunkfrequenzen: »5G ist nicht an jeder Milchkanne notwendig«, sagte Forschungsministerin Anja Karliczek (CDU) im vergangenen November und machte sich gleichzeitig für einen flächendeckenden Ausbau der 4. Mobilfunkgeneration LTE stark. Es folgte ein Sturm der Entrüstung. Zwei Stimmen von vielen: SPD-Generalsekretär Lars Klingbeil kritisierte, Karliczek wolle »ganze Regionen von technologischen Entwicklungen wie 5G abhängen«. Die Grünen meinten: »Wenn es irgendwo schnelles Netz braucht, dann doch bitte auf dem Land. Da gibt's günstigen Wohnraum, Platz für Unternehmen, fitte Leute - aber eben oft kein schnelles Internet.«

Inzwischen haben sich die Wogen wieder etwas geglättet. Doch mit der Versteigerung der Frequenzen für die 5. Mobilfunkgeneration rückt auch wieder die Frage in den Mittelpunkt, welchen Beitrag 5G zur Beseitigung der »weißen Flecken« auf der Mobilfunk-Landkarte liefern kann. Auch in der Landwirtschaft warten etliche Hightech-Bauern auf ein Mobilfunknetz mit minimaler Signallaufzeit, damit beispielsweise Mähdrescher mit Internet-Anschluss komplett autonom - und bei Bedarf sicher ferngesteuert - über die Felder fahren können.

Technisch gesehen ist es aber keine banale Aufgabe, den schnellen 5G-Funk in jeden Winkel Deutschlands zu bringen. Das liegt zunächst einmal an der Tatsache, dass bei den hohen Ansprüchen an das neue Netz die meisten Mobilfunk-Basisstationen über Glasfaserleitungen angebunden sein müssen. In Ausnahmefällen kann eine Basisstation auch mit Richtfunk ins Netz gebracht werden. Diese Funkverbindung kann aber nicht die Geschwindigkeiten der Glasfaser bieten. In der Regel gilt deshalb: Ohne Glasfaser kein 5G.

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