Die Mobilfunkrevolution ist da: 5G zwischen großen Versprechen und offenen Fragen

Seit Jahren wird über den superschnellen 5G-Datenfunk gesprochen - jetzt ist er da. Die Technologie soll eine Revolution bringen - die Verbrauchern aber zunächst schwer zu verkaufen sein könnte.

(Foto: Olivier Le Moal - AdobeStock)

Zu Beginn der Branchenschau Mobile World Congress wurde erst einmal Donald Trump auf die Schippe genommen. »Wir werden hier im nächsten Jahr nicht über 6G reden«, stellt Rajeev Suri, Chef des Netzwerkausrüsters Nokia, am Rande der weltgrößten Mobilfunkmesse in Barcelona klar. Der US-Präsident hatte kürzlich die Einführung der noch nicht einmal angedachten 6G-Technologie in den USA »so schnell wie möglich« gefordert. Worüber in diesem Jahr allerdings an jedem Stand und bei jedem Event gesprochen wurde, war 5G, 5G und wieder 5G.

Lange wurde auf den superschnellen Datenfunk gewartet, jetzt ist er zum Greifen nah. Und im frühlingshaften Barcelona zeigt sich die Branche euphorisiert angesichts der Chancen und Möglichkeiten, die die nächste Mobilfunkgeneration mit sich bringen soll.

»Es ist eine Revolution - und sie passiert jetzt«, sagt Analyst Mike Cansfield von der IT-Marktforschungsfirma IDC. 5G verspricht viel. Da wären zunächst einmal Internet-Geschwindigkeiten, mit denen sich ein Film in höchster Auflösung binnen weniger Sekunden herunterladen lässt. Oder so kurze Reaktionszeiten, dass sich Industriemaschinen und sogar Autos aus der Ferne steuern ließen. Ein Ende der Kapazitätsengpässe für Netzbetreiber. Die Vernetzung aller möglichen Technik außerhalb von WLAN-Verbindungen. Und schließlich eine neue Ära für Anbieter von Apps und Diensten - weil jeder immer mit der Cloud verbunden ist.

So weltverändernd das klingt, so schwer könnte 5G zumindest in der Anfangszeit den Verbrauchern zu vermitteln sein. Denn die ersten 5G-Anwendungen, die sie erleben, sehen eigentlich so ziemlich wie Dienste aus der heutigen LTE-Welt aus - Videotelefonie zum Beispiel. Wie vermarktet man das? Naheliegend als ein verlässlicheres Netz? Das wäre kurzsichtig, argumentiert IDC-Analyst Cansfield. Denn in vier Jahren dürften erst 4 Prozent mit 5G online sein - und 75 Prozent in LTE-Netzen. »Will man drei Viertel seiner Kunden einreden, dass sie mit einer nicht verlässlichen Verbindung im Netz sind? Eher nicht.«

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Kommentare (1) Alle Kommentare

Antwort von Christian , 15:32 Uhr

5G ist erstmal eine Eco system und wenn alle die Beteiligt nicht was für 5G freilassen dann kommt keine 5G Basisstation. Es gibt kein Standrd noch, die Fequenzen sind noch nicht klar und noch nicht klar is warum mussen wir ein neue Handy kaufen wenn mein 3G geht super gut noch fuer youtube auch. Die richtige Applikationen sind noch nicht fertig…ich würde sagen noch 2 Jahre um das 5G up and running zu sehen.