Lars, but not Least: Trump will China mit 6G-Einführung austricksen

Mit einem äußerst überraschenden Vorschlag wischt US-Präsident Trump die Bedenken all der Angsthasen vom Tisch, die Probleme beim Aufbau des 5G-Netzes durch den von ihm initiierten Ausschluss ausländischer Anbieter wie Huawei befürchten.

(Foto: peshkova - AdobeStock)

Im Rahmen seiner wirtschaftspolitischen und öffentlichen Offensive gegen die neue Supermacht China attackiert US-Präsident Donald derzeit auch regelmäßig den von dort stammenden Netzwerkausrüster und Telekommunikationskonzern Huawei. So will er das Unternehmen unter anderem vom Aufbau des 5G-Mobilfunknetzes in den USA ausschließen und fordert gleiches auch von anderen Staaten, inklusive den Mitgliedern der Europäischen Union. Dabei stört ihn auch ganz offensichtlich nicht, dass ITK-Experten und Kritiker aus aller Welt ihm diesbezüglich gebetsmühlenartig zu erklären versuchen, dass dieser populistische Vorstoß eine ziemlich illusorische Forderung ist. Einerseits gibt es bislang keinerlei Beweise für die als Begründung angeführten Spionagevorwürfe und andererseits wird es nur schwer möglich sein, die neuen Netze komplett ohne die Technologie und Komponenten von Huawei und anderen chinesischen Herstellern und Komponentenfertigern zeitnah und bezahlbar zu realisieren. Selbst der Chef des Netzwerkausrüsters Ericsson, der erheblich von einem Ausschluss profitieren würde, hat sich deshalb diesbezüglich gerade erst klar auf die Seite von Huawei gestellt.

Doch jetzt hat Trump der TK-Welt völlig überraschend – und natürlich per Tweet – mitgeteilt, wie er dieses Problem mit einem vermeintlich genauso einfachen wie genialen Schachzug lösen will. Die simple Idee dahinter: Wenn es bei 5G nicht ohne die Chinesen gehe, müsse man eben gleich ein 6G-Netz aufbauen. Mancher Sachkundige musste sich beim Leser dieser Botschaft wohl erst einmal gründlich die Augen reiben um zu erkennen, dass er sich nicht verlesen hatte. Immerhin ist die sechste Mobilfunkgeneration bisher nicht viel mehr als ein Forschungsobjekt und mangels klarer Definitionen und der notwendigen Technologien eigentlich noch weit von einer Umsetzung in die Praxis entfernt. Ganz zu schweigen von verfügbaren Komponenten.

Immerhin wird damit schon im ersten Schritt sofort sichergestellt, dass Huawei und Co. beim Ausbau außen vor sind. Die Herausforderung besteht also nur noch darin, einen Weg zu finden, die verfügbare amerikanische Technologie – und sei es nur auf dem Papier oder der Mattscheibe – als überlegen dastehen zu lassen.

Übersicht

Kommentare (1) Alle Kommentare

Antwort von Maiohmei , 13:36 Uhr

Wie immer und nichts neues: erst reden, dann denken.