15 Jahre und kein bisschen weise: Datenskandale schaden Facebook kaum

Zahlreiche Skandale und anhängige Untersuchungen von Datenschützern beeindrucken Facebook wenig. Das größte Geschenk zum 15. Geburtstag von Facebook machten dem sozialen Netzwerk die Nutzer: Sie bleiben und werden sogar mehr.

Hohe Strafen: »Ein sehr nützliches Werkzeug«

Die irische Datenschutzbehörde untersucht derzeit sieben Verfahren gegen Facebook. Insgesamt gebe es 16 Verfahren gegen Technologie-Unternehmen wie Twitter, Apple und Linkedin, sagte die Datenschutzbeauftragte Helen Dixon in einem am Freitag veröffentlichten Interview mit dem Finanzdienst Bloomberg.
Dass Firmen Dutzende und Hunderte Millionen Nutzer hätten, könne sich am Ende in der Höhe von Strafen niederschlagen, erklärte sie. Nach der EU-Datenschutzgrundverordnung können die Strafen vier Prozent des Jahresumsatzes eines Unternehmens erreichen. Mit einer sehr hohen Strafe drohen zu können sei »ein sehr nützliches Werkzeug«, sagte die Datenschützerin.

Dixon zählte nicht die einzelnen Facebook-Untersuchungen auf. Bekannt ist ein Verfahren, das nach Bekanntgabe einer Sicherheitslücke mit bis zu 50 Millionen betroffenen Nutzern eingeleitet worden war. Facebook korrigierte die Zahl potenziell Betroffener auf 30 Millionen. In einem weiteren Verfahren geht es um einen Software-Fehler, der App-Entwicklern breiteren Zugang zu Fotos von Nutzern gewährte.

Gemäß der DSGVO müssen Unternehmen Regulierer schnell über Datenschutz-Probleme informieren - und Dixons Behörde ist in Europa inzwischen unter anderem in grenzübergreifenden Fällen für Facebook und Google zuständig. So habe Apple diese Woche den Software-Fehler gemeldet, durch den Nutzer unter Umständen andere belauschen konnten. Sie benötige aber weitere Informationen: »Wir brauchen viel mehr Fakten, wir müssen viel mehr von Apple hören.«

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