Zu wenig Nachfrage, zu hohe Löhne: Samsung schließt chinesische Smartphone-Fabrik

Wegen des eingebrochenen Smartphone-Absatzes in China schließt Samsung jetzt eines seiner zwei Werke in der Volksrepublik, das bisher rund 36 Millionen Geräte pro Jahr produziert hat.

(Foto: Samsung)

Auch wenn Samsung seinen Spitzenplatz als weltweit größter Smartphone-Hersteller mit einem Marktanteil von rund 20 Prozent weiterhin behaupten kann, machen dem Elektronikriesen in diesem Produktsegment aktuell gleich mehrere Umbrüche zu schaffen. Zum einen sind die Märkte in den westlichen Industrieländern weitgehend gesättigt, gleichzeitig werden die Konkurrenten, insbesondere die chinesischen Anbieter wie Huawei, Xiaomi, ZTE und Oppo, immer stärker. In deren Heimatmarkt ist die Situation besonders drastisch. In den letzten fünf Jahren ist Samsungs Marktanteil hier von knapp 15 auf zuletzt nur etwas mehr als ein Prozent eingebrochen. Da ein Ende der Abwärtsspirale nicht in Sicht ist, hat Samsung jetzt beschlossen, das kleinere seiner zwei Smartphone-Werke in der Volksrepublik zum Jahresende zu schließen.

Dabei ist klein allerdings relativ. Die maximale Jahresproduktion der Fabrik in Tianjin in Nord-China mit ihren über 2.500 Mitarbeitern lag immerhin bei rund 36 Millionen Smartphones. Fraglich ist damit aber auch, wie lange sich das verbleibende Werk in Huizhou in der südlichen Provinz Guangdong, das einen etwas mehr als doppelt so hohen maximalen Ausstoß hat, noch halten kann. Denn selbst die Produktion für den internationalen Markt lohnt sich in China aufgrund stark steigender Löhne immer weniger. Verschärft wird diese Situation derzeit zudem noch durch die Einfuhrzölle in den USA. Samsung hat sich deshalb bereits mehrere neue Werke in günstigeren Ländern wie Indien und Vietnam aufgebaut.