Interveniert Trump?: Huawei-Finanzchefin kommt gegen Kaution frei

Bei einer Auslieferung an die USA droht der Huawei-Topmanagerin Meng Wanzhou eine hohe Haftstrafe. Der Fall ist höchst brisant - besonders nach der Festnahme eines kanadischen Ex-Diplomaten in China. Jetzt macht US-Präsident Trump auch noch ein zweifelhaftes Angebot.

(Foto: CRN)

Die in Kanada festgenommene Finanzchefin des chinesischen Telekom-Riesen Huawei kommt vorerst gegen Kaution auf freien Fuß. Bis zu einer Entscheidung über ihre Auslieferung an die USA wird Meng Wanzhou, Tochter des Huawei-Gründers Ren Zhengfei, unter strengen Auflagen von der Haft verschont. Der Spitzenmanagerin wird Verstoß gegen die Sanktionen gegen den Iran vorgeworfen.

Chinas Außenministerium forderte am Mittwoch erneut ihre Freilassung. Auf Fragen nach Überlegungen von US-Präsident Donald Trump, in dem rechtlichen Verfahren vielleicht zu intervenieren, um ein Abkommen im Handelsstreit mit Peking zu erreichen, sagte Außenamtssprecher Lu Kang, China würde es begrüßen, wenn amerikanische Offizielle »positive Bemühungen« unternehmen wollten.

Peking hatte von Anfang an ein politisches Manöver der USA wegen des laufenden Handelskrieges hinter der Festnahme vermutet, während Kanadas Regierung beteuerte, Politik habe nichts damit zu tun gehabt.

Der Fall erhielt zusätzlich Brisanz durch die Festnahme eines ehemaligen kanadischen Diplomaten in China, die vielfach als chinesische Vergeltungsmaßnahme angesehen wurde. Michael Kovrig, der Nordostasien-Experte der regierungsunabhängigen International Crisis Group, war nach Angaben der Organisation am Montag von Agenten der Pekinger Staatssicherheit festgenommen worden.

Der Außenamtssprecher wollte die Festnahme vorerst nicht bestätigen. »Ich habe derzeit keine betreffenden Informationen zu geben.« Er wies allerdings darauf hin, dass Crisis Group »in China nicht rechtlich registriert« sei und ihre Aktivitäten in China damit illegal wären. Die kanadische Regierung bestätigte die Festnahme und zeigte sich »zutiefst besorgt«. Es gebe Kontakt zu den chinesischen Behörden.

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