Apple senkt Produktion: iPhone XR bleibt hinter Erwartungen zurück

Weil sich das günstige iPhone XR offenbar nicht so gut verkauft wie erwartet, hat Apple jetzt die Fertiger angewiesen, ihre Produktionskapazitäten herunterzufahren. Gleichzeitig steigt jedoch die Nachfrage nach den Vorjahresmodellen des iPhone 8.

Das iPhone XR findet offenbar weniger Anklang als von Apple und den Analysten erwartet
(Foto: Apple)

Hatten die Analysten nach dem ersten Verkaufswochenende von Apples neuen iPhones noch einhellig Rekorde gemeldet, scheint die Nachfrage inzwischen teils deutlich abzuflauen – zumindest beim iPhone XR. Statt der unter anderem von Ming-Chi Kuo befürchteten Lieferengpässe bei Komponenten wie den Displays für das vermeintliche Billigmodell, droht das Gerät gemessen an Apples eigenen Erwartungen nun offenbar eher zum Ladenhüter zu werden. Dafür sprechen insbesondere aktuelle Informationen der japanischen Wirtschaftszeitung »Nikkei«. Diesen zufolge soll Apple seine Bestellungen für dieses Modell bei den Auftragsfertigern um bis zu ein Viertel reduziert haben.

So waren laut Nikkei beim Hauptproduzenten Foxconn entsprechend den Erwartungen Apples ursprünglich 60 Produktionslinien für die Fertigung des iPhone XR vorgesehen. Aufgrund niedrigerer Bestellmengen würden davon jedoch nun maximal 45 tatsächlich benötigt. In konkreten Zahlen bedeute das rund 100.000 weniger ausgelieferte iPhone XR pro Woche, als ursprünglich angenommen, rechnen die Kollegen auf Basis ihrer Insider-Informationen vor. Ähnlich stellt sich diesen zufolge auch die Lage beim kleineren Fertiger Pegatron dar. Hier soll ein ursprünglich geplanter Ausbau der Produktion um mehrere zehntausend Geräte pro Woche gestrichen worden sein. Damit kann wohl auch der dritte Fertiger im Bunde, Wistron, seine Hoffnung begraben, bei unerwartet hohen Bestellspitzen mit einspringen zu dürfen.

Wie groß die Nachfrage nach dem iPhone XR tatsächlich ist und welchen Anteil es an den iPhone-Verkäufen insgesamt hat, lässt sich allerdings nicht genau sagen. Erst vergangene Woche hatte Apple angekündigt, ab sofort keine entsprechenden Zahlen mehr zu veröffentlichen. Für die Glaubwürdigkeit des Berichts von Nikkei spricht jedoch, dass das Unternehmen gleichzeitig eine vergleichsweise enttäuschende Prognose für das Weihnachtsgeschäft vorlegte.

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