Studie zu Breitband und Digitalisierung: Mehr Haushaltsmittel für digitale Infrastruktur nötig

Eine aktuelle Studie der Deutsche Bank Research zeigt die größten Probleme des Landes auf dem Weg in die digitale Zukunft auf und kritisiert deutlich die bisherige Politik zum Breitbandausbau.

(Foto: Darren Pellegrino - fotolia)

Für den zügigen Ausbau der digitalen Infrastruktur in Deutschland dürfte nach Einschätzung des Forschungsinstituts Deutsche Bank Research der Staat »kaum umhinkommen«, seine Haushaltsmittel anzuheben. Sonst drohe Deutschland bei wichtigen Zukunftsthemen im internationalen Vergleich weiter deutlich abgehängt zu werden, heißt es in einer am Freitag veröffentlichten Studie. Der Weg in die Gigabit-Gesellschaft sei »auch eine Frage der politischen Prioritäten«. Aktuell gebe es eine Vielzahl von Förderprogrammen zum Ausbau der Infrastruktur.

Diese Programme sollten jedoch besser koordiniert werden, damit sie für die Marktakteure leichter zu nutzen seien, raten die Autoren der Studie. Direkte Subventionen für den Glasfaserausbau etwa in wenig erschlossenen ländlichen Gebieten halten die Forscher der Deutschen Bank dagegen für nicht zu rechtfertigen. Eher könnten sich interessierte Kunden zusammenschließen und teils auch in finanzielle Vorleistung treten.

Deutliche Kritik übt die Studie an der Strategie der Deutschen Telekom, statt auf Glasfaser auf die »Veredelung« von alten Kupferkabeln zu setzen. Der Vorteil liege zwar an den deutlich niedrigeren Kosten gegenüber dem Aufbau einer neuen Infrastruktur, doch Vectoring könne höchstens eine kurzfristige Lösung sein. Die nötigen Geschwindigkeiten für eine »Gigabit-Gesellschaft« seien damit nicht möglich.

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