Arbeitsplatz der Zukunft: Mit Future Workplace Talente locken

Präsenzplicht im Büro, zehn Jahre alter Monitor, gesperrte Cloud-Zugänge, museumsreife Möblierung: Mit einem solchen Arbeitsplatz der Gegenwart schießen sich Firmen über kurz oder lang ins Aus. Gute Fachkräfte sind so nicht zu gewinnen.

Moderne IT-Ausstattung ist im Kampf um rare Fachkräfte ein Wettbewerbsvorteil
(Foto: Fotolia/Andrey Popov)

Dienstwagen? Nein, eine der ersten Fragen, die junge, gut ausgebildete IT-Fachkräfte im Bewerbungsgespräch beim Münchener Systemhaus Cancom stellen, ist oft, ob sie ein iPhone bekommen und mit einem PC ihrer Wahl arbeiten können. Natürlich ortsungebunden mit Anbindung ans Unternehmensnetzwerk, wenn sie unterwegs oder im Home-Office sind. Hätte Cancom keine Vorstellung davon, welche Ansprüche Bewerber an einen digitalen Arbeitsplatz haben, man würde sich im Kampf um rare Arbeitskräfte noch schwerer tun.

Nun kann man einem IT-Dienstleister schwerlich unterstellen, er hätte kein eigenes Arbeitsplatz- und Mobilitätskonzept. Schließlich bauen sie für Kunden Arbeitsplätze der Zukunft – neudeutsch »Future Workplace«. Sie würden das für viele andere Unternehmen auch tun, die zwar leidvoll mitgekommen haben, dass der Fachkräftemangel aus einem Angebots- einen Nachfragemarkt gemacht hat, wo die Betriebe um die besten Köpfe kämpfen müssen und nicht umgekehrt. Auf den Trend zu reagieren, dass Talente auf die Unternehmenskultur und die technologische Ausstattung der Arbeitsumgebung achten, tun viele dennoch nicht. Jedes fünfte Unternehmen hat keine Strategie für den Arbeitsplatz der Zukunft, darunter besonders viele kleine Firmen, hat der IT-Dienstleister Dimension Data in einer Auftragsstudie festgestellt.

Zwar würden neun von zehn befragten Firmen technische Ausstattung und Arbeitsbedingungen als zentrale Wettbewerbsvorteile sehen. Aber lediglich die Hälfte verfolge eine entspreche Umsetzungsstrategie, stellt Ellen Kuder, Digital Workplace Director bei Dimension Data fest. Allein ihr Titel zeigt: Da wäre eigentlich viel Geld mit IT-Konzeptionierung, Bereitstellung der Infrastruktur und Betrieb von Shared-Desk-Lösungen zu verdienen.

Wenn man indes bei potenziellen Kunden die Entscheider für dieses Thema anspricht, und die sitzen meist im Top-Management: Geschäftsführer, IT-Vorstand oder Digitalvorstand. Soll es neben flexibler Mobilität auch allgemein um »Wohlfühlambiente« gehen, wie individuelle Anpassungen von Licht oder Temperatur im Büro, dann wäre auch der Chief Happiness Officer gefragt, bei ganz modernen Arbeitgebern ja tatsächlich geben soll.

Tipp der Redaktion
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