Digitalisierung im Gesundheitswesen: IT-Flickenteppich statt E-Health-Standards

Die Digitalisierung hat auch das Gesundheitswesen erreicht. Der Nachholbedarf ist riesig und bietet ITK-Anbietern und deren Partnern neue Geschäftschancen. Eine Vielzahl von Akteuren und fehlende Standards machen das Geschäft jedoch alles andere als einfach.

Fehlende E-Health-Standards

ConhIT 2018 - Eröffnungspressekonferenz - Andreas Kassner, Vorstand, Bundesverband Gesundheits-IT (bvitg); Prof. Dr. Paul Schmücker, Präsident, Deutsche Gesellschaft für Medizinische Informatik, Biometrie und Epidemiologie (GMDS); Christoph Keese, CEO, Axel Springer hy GmbH; Jens Heithecker, Direktor, Messe Berlin GmbH (v.l.n.r.)
(Foto: ConhIT)

Bei der Berliner ConhIT (Connecting Healthcare-IT) wurden die wichtigsten Technologiethemen und drängendsten Probleme der Branche diskutiert.

Patientenzentrierte elektronische Akten gehören zu den wichtigsten eHealth-Innovationen, um die sich das deutsche Gesundheitswesen in den nächsten Jahren kümmern muss. Hier hinkt die Entwicklung im Vergleich zu den Nachbarländern Österreich und Schweiz weit hinterher. Ein Problem sind fehlende politische Vorgaben und gesetzliche Standards. So treiben in Deutschland derzeit verschiedene Krankenkassen, Bundesländer und Krankenhäuser eigene elektronische Aktenprojekte voran.

Auch in Deutschland müssten jetzt endlich die nötigen regulatorischen Rahmenbedingungen geschaffen werden, um den Bürgern flächendeckend technisch interoperable elektronische Patientenakten anbieten zu können, fordert deshalb der Vorstandsvorsitzende des Bundesverbands Gesundheits-IT (bvitg) Jens Naumann. Sonst bestehe die Gefahr, dass durch die zahlreichen unterschiedlichen Projekte genau jener IT-Flickenteppich entstehe, den eigentlich alle vermeiden wollen. »Analysen zeigen, dass die unterschiedlichen Ansätze bisher kaum miteinander kompatibel sind«, betont Naumann.