Wer befeuert die Gerüchteküche?: Die Leaker, die ich rief...

Mit einem eigenen Spezialistenteam macht Apple Jagd auf Whistleblower, denen im Ernstfall für den Geheimnisverrat sogar Haftstrafen drohen. Gleichzeitig profitiert das Unternehmen wie kaum ein anderes vom Hype um Leaks und Gerüchte zu neuen Produkten.

Schon Monate, bevor es neue iPhones gibt, brodelt es in der Gerüchteküche - selbst winzige Details werden von Apple-Jüngern begeistert aufgesogen
(Foto: Apple)

Seit Jahren das gleiche Spiel: Wenn große Unternehmen, insbesondere aus dem ITK-Bereich, an einem neuen Produkt für den Massenmarkt arbeiten, wird dies im ­Internet stets von einem regen Geflimmer aus Wünschen und Gerüchten, durchgesickerten Insider-Informationen und selbst erstellten Renderings oder auch Fotos von Elementen wie Gehäuseteilen begleitet. In den Tagen vor der offiziellen Ankündigung, deren Inhalt meist ebenfalls Teil der Spekulationen ist, kulminieren die Spekulationen zu einer regelrechten Kakophonie aus Kommentaren, News, Tweets und vermeintlichen Enthüllungssensationen.

Viele Firmen nutzen das ganz bewusst und geben bei ihren Ankündigungen neben dem Datum nur rudimentäre Hinweise darauf, was in der Keynote zu erwarten ist. Keiner beherrscht dieses Spiel jedoch so perfekt wie Apple. Schon Steve Jobs reizte den Spannungsbogen mit seinem legendären »One more thing«-Ankündigungen bis zur letzten Minute aus. Insofern klingt es zunächst nach einem völlig logischen Schritt, dass Apple als Meister der künstlichen Verknappung von Informationen und Produkten, Leaks jetzt rigoros einen Riegel vorschieben will und Mitarbeitern mit allzu loser Zunge sogar mit Gefängnisstrafen droht.

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