Bundesregierung setzt auf Transparenz: Erste Reaktion auf Kritik an Lösch-Gesetz

Nach den ersten Pannen und der damit verbundenen Kritik am NetzDG hat jetzt die Bundesregierung reagiert und das Gesetz verteidigt.

Die Bundesregierung setzt angesichts breiter Kritik an neuen Vorschriften zum Löschen von Hassbotschaften im Internet auf Erkenntnisse einer vorgesehenen Überprüfung. Es werde »sehr genau evaluiert werden, wie sich das Gesetz auswirkt und welche Erfahrungen mit ihm gemacht werden«, sagte Regierungssprecher Steffen Seibert am Montag in Berlin. Dann gelte es, gegebenenfalls Schlüsse daraus zu ziehen. Laut Justizministerium müssen Betreiber sozialer Netzwerke bis April/Mai Berichte vorlegen, was auf welcher Grundlage gelöscht wurde. »Dadurch wird Transparenz geschaffen«, sagte eine Sprecherin.

Seibert betonte, die grundgesetzlich geschützte Meinungsfreiheit sei von allerhöchstem Wert. In den vergangenen Jahren sei allerdings zu beobachten gewesen, wie hasserfüllte, Strafnormen verletzende Kommentare in sozialen Netzwerken zugenommen hätten, worin »ein Problem für die demokratische Gesellschaft und ihre Debattenkultur« bestehe. Das Netzwerkdurchsetzungsgesetz reagiere darauf mit »einer neuen Herangehensweise«. Die »intensive Diskussion«, die es schon in der Entstehungsphase des Gesetzes gegeben habe, verwundere nicht.

Das Justizministerium bestätigte, dass ein Tweet von Ressortchef Heiko Maas (SPD) von 2010 gelöscht worden sei. Dies sei weder von Maas selbst noch von Mitarbeitern des Ministeriums vorgenommen worden, erläuterte die Sprecherin.