Glasfaserausbau: Vodafone und Deutsche Glasfaser kooperieren

Die Carrier Deutsche Glasfaser und Vodafone wollen künftig bundesweit Gewerbegebiete mit reinen Glasfasernetzen ausrüsten. Als Pilotprojekt werden in Düsseldorf bis Mitte 2018 rund 5.000 Unternehmen versorgt.

Kooperation mit Deutsche Glasfaser Business: Vodafone-Firmenzentrale in Düsseldorf

Deutsche Glasfaser und Vodafone wollen künftig bundesweit Gewerbegebiete mit reinen Glasfasernetzen ausrüsten. Mit diesem Ziel haben beide Unternehmen eine Kooperation vereinbart, die bei einem Pilotprojekt in Düsseldorf jetzt erstmals greift: Deutsche Glasfaser Business – eine eigenständige Tochtergesellschaft der Deutsche Glasfaser Holding – realisiert den Bau der passiven Infrastruktur, Vodafone betreibt die aktive Technik und liefert passende Dienste für den Bedarf der Unternehmen. Vom Pilotprojekt in der NRW-Landeshauptstadt sollen rund 5.000 Unternehmen im Düsseldorfer Stadtgebiet profitieren und Glasfaseranschlüsse mit bis zu 1.000 Mbit/s Bandbreite erhalten.

Dabei erfolgt der Netzausbau durch die Deutsche Glasfaser vollständig eigenwirtschaftlich. Nach eigenen Angaben verfügt die Deutsche Glasfaser Business GmbH über eine gesicherte Finanzierung in Höhe von mehr als 100 Millionen Euro für den Ausbau der Netze in Gewerbegebieten.

Die Branchenverbände VATM und Breko befürworten die neue Glasfaser-Kooperation: »Hier investieren die Unternehmen richtig in die Zukunft. Es wird etwas für den Standort getan – gemeinsam mit einer weitblickenden Landeshauptstadt«, ist VATM-Geschäftsführer Jürgen Grützner erfreut. »Der flächendeckende Glasfaserausbau in Deutschland kann nur im Zusammenspiel aller Marktteilnehmer funktionieren«, sagt Breko-Geschäftsführer Dr. Stephan Albers. »Daher begrüßen wir solche Kooperationen, die den Wirtschaftsstandort Deutschland stärken und unser Land weiter voranbringen, ausdrücklich«. Das Unternehmen Deutsche Glasfaser hat in einem Interview mit der Tageszeitung »Rheinische Post« zudem angekündigt, dass künftige Kooperationen mit weiteren Marktteilnehmern nicht ausgeschlossen sind.

Bereits im August 2016 hatten die Telekom-Wettbewerber 1&1 und die Norderstedter Wilhelm.tel ihre Kooperation bei Glasfaser-Hausanschlüssen vereinbart. Die Aggregator-Plattform, die diese Zusammenarbeit ermöglicht, wird über das Glasfasernetz von 1&1 Versatel realisiert. Vor drei Wochen gab 1&1 zudem die FTTB/H-Zusammenarbeit mit der Münchener M-net bekannt. »Wir würden uns freuen, wenn auch die Telekom diesen Schritt der FTTB/H-Kooperationen nun gehen würde. Die aktuellen, durchaus von uns begrüßten Kooperationen, beziehen sich demgegenüber leider nur auf Kupferanschlüsse«, merkt VATM-Chef Grützner an.

Um den flächendeckenden Rollout von Glasfaseranschlüssen in Deutschland zu beschleunigen, geht der Breko-Verband mit einer eigenen Handelsplattform für ultraschnelle Glasfaseranschlüsse an den Start. Die internetbasierte Plattform bringt Anbieter von Glasfasernetzen sowie Nachfrager – von kleinen, lokalen City-Carriern bis hin zu bundesweit operierenden Großkonzernen – zusammen. Auf diese Weise soll das Vermarktungspotenzial für Glasfaseranschlüsse erheblich gesteigert werden. Hintergrund: Nur mit einer möglichst hohen Netzauslastung lassen sich Glasfasernetze wirtschaftlich betreiben. Die Breko-Handelsplattform steht allen Marktteilnehmern – unabhängig von einer Verbandsmitgliedschaft – gleichermaßen offen. Derzeit läuft die Registrierungsphase für die Plattform, deren technische Realisierung über die Breko-Mitgliedsunternehmen 1&1 Versatel und Vitroconnect erfolgt. Voraussichtlich im Frühherbst 2017 werden dann erste Glasfaseranschlüsse auf der neuen Plattform aktiv vermarktet werden können.