Smartwatch-Verkäufe brechen ein: Apple als Bremsklotz im Smartwatch-Markt

Nach einem soliden Auftakt bricht der Absatz der Apple Watch zunehmend ein und zieht damit den gesamten Markt nach unten. Gleichzeitig glänzt die Android-Konkurrenz mit deutlichen Zuwächsen und holt mit großen Schritten auf den Marktführer auf.

Die Schwäche der Apple-Watch zieht die Bilanz des gesamten Marktes nach unten

Smartwatches gelten langfristig als der größte und wichtigste Treiber im Wearables-Segment. Fast alle großen Hersteller haben inzwischen mehrere Modelle – teils sogar schon in der zweiten und dritten Generation – auf dem Markt und setzen große Hoffnungen auf die klugen Begleiter am Handgelenk. Allerdings können die realen Verkaufszahlen diese Hoffnungen bisher nicht erfüllen und bleiben noch immer weit hinter den optimistischen Prognosen zurück. Im zweiten Quartal dieses Jahres sind die Verkaufszahlen laut den aktuellen Daten der Marktforscher von IDC nun sogar erstmals zurückgegangen – um stattliche 32 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Weltweit wurden zwischen April und Juni nur noch rund 3,5 Millionen Smartwatches abgesetzt, 2015 waren es im gleichen Zeitraum noch 5,1 Millionen.

Dieser deutliche Rückgang ist fast einzig und allein einem drastischen Einbruch des Marktführers Apple geschuldet. Mit 1,6 Millionen wurden im zweiten Quartal 2016 weniger als halb so viele Apple Watches verkauft als noch vor einem Jahr. Selbst die jüngsten Preissenkungen und das Update auf Watch OS 2 mit neuen Features konnten diesen Absturz nicht auffangen und den Verkauf nicht wie erhofft wieder ankurbeln. »In Erwartung neuer Hardware-Modelle und weiterer Verbesserungen beim Watch OS stellen die Apple-Kunden ihre Kaufwünsche seit Anfang des Jahres zurück«, erklärt Jitesh Ubrani, Senior Research Analyst des IDC Mobile Device Trackers. Da diese Punkte erst im Herbst erfüllt werden dürften, wird diese Zurückhaltung auch den Rest des Jahres noch schwer auf die Verkäufe der Apple Watch und damit des gesamten Marktes drücken. »Apple führt den Markt noch immer mit einem signifikanten Vorsprung an, so dass dieser Rückgang bei Apple leider den gesamten Markt in Mitleidenschaft zieht.« Darüber hinaus wird die schwache Watch neben den rückläufigen Macbook-Verkäufen auch ihre Spuren in der heute Nacht (26.07.2016) fälligen Quartalsbilanz von Apple hinterlassen.

Trotz dieses Minus von 55 Prozent konnte Apple zwar seine führende Position behalten, allerdings ist die Konkurrenz nun nicht mehr weit entfernt. Der Marktanteil von Apple ist durch die Zurückhaltung der Kunden von 72 Prozent auf 47 Prozent gesunken. Denn gleichzeitig mit der Schwäche von Apple konnten alle großen Konkurrenten ihre Verkaufszahlen und damit auch die Marktanteile weiter deutlich steigern. So brachte etwa Samsung im zweiten Quartal etwas mehr als 600.000 Smartwatches an den Mann und steigerte damit seinen Absatz um 51 Prozent. Der Marktanteil der Südkoreaner wuchs damit von sieben auf 16 Prozent an.

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Kommentare (1) Alle Kommentare

Antwort von Wolfgang Modrack , 07:03 Uhr

Das Thema Zurückhaltung wurde speziell für Apple schon richtig analysiert, die Kunden warten auf neue Modelle und neue Features. Aber eine Armbanduhr mit einem Preis ab 400,00 Euro ist auch kein Wegwerfartikel. Beim Handy haben wir uns daran gewöhnt, im Rahmen der Verträge alle 2 Jahre ein neues Gerät zu erwerben, das wird so bei der Smartwatch sicher nicht passieren. Hier werden die Innovationszyklen länger sein - und nicht jedermann ist ein Typ für die Smartwatch. Das alles steht natürlich rasanten Verkäufen im Wege!