Microsoft verkauft seine Nokia-Reste: Nokias Rückkehr auf den Smartphonemarkt

Mit dem Verkauf von Microsofts Handysparte an das Nokia nahestehende Unternehmen HMD ist der Weg frei für eine Rückkehr der Traditionsmarke. Erste Nokia-Smartphones und -Tablets mit Android sollen noch dieses Jahr auf den Markt kommen.

Noch in diesem Jahr sollen neue Nokia-Smartphones auf den Markt kommen - allerdings mit Android statt Windows

Schon lange machten Gerüchte über einen Wiedereinstieg von Nokia ins Handy-Geschäft die Runde. Als größtes Hindernis galt dabei allerdings bislang, dass sich Microsoft einen Teil der Markenrechte am Namen des finnischen Herstellers im Zuge der Übernahme von dessen Gerätesparte gesichert hatte. Nun wird die Rückkehr von Nokia tatsächlich konkret, da Microsoft das Geschäft mit Feature Phones für 350 Millionen Dollar an die Foxconn-Tochter FIH Mobile sowie das im Dunstkreis von Nokia in Finnland neu gegründete Unternehmen HMD Global verkauft. Das haben alle beteiligten Unternehmen jetzt auch offiziell bestätigt. Damit einhergehend erhält HMD bis 2024 die Markenrechte und Geschmacksmuster für Feature-Phones, während FIH Produktionskapazitäten wie die Fabrik in Hanoi (Vietnam) sowie das Vertriebsnetzwerk von Microsoft übernimmt. Ein Großteil der rund 4.500 Mitarbeiter aus der Microsoft-Sparte wird ihren jeweiligen Qualifizierungen entsprechend ebenfalls einen neuen Arbeitsplatz bei einem der beiden Käufer erhalten.

Der Deal mit Microsoft soll voraussichtlich in der zweiten Jahreshälfte 2016 abgeschlossen werden, wie HMD und Microsoft mitteilen. Sobald dies der Fall ist, wollen FIH Mobile und HMD Global mit der Fertigung von mobilen Geräten beginnen – unter dem Markennamen »Nokia«. Laut HMD sollen dann noch in diesem Jahr erste neue Smartphones und Tablets unter der Traditionsmarke des einstigen Weltmarktführers vorgestellt werden und auf den Markt kommen. Zudem will das Unternehmen auch einige Feature Phones in den Handel bringen, da diese in vielen Märkten wie beispielsweise Schwellenländern immer noch sehr populär seien. Die neuen Nokia-Geräte sollen dann allesamt mit Googles Betriebssystem Android laufen – das Windows-Abenteuer von Nokia findet damit keine Fortsetzung. Für die Entwicklung seiner Produktpalette will sich HMD laut der Ankündigung nicht ausschließlich auf das zugekaufte Know-how von Microsoft und Nokia verlassen, sondern in den nächsten drei Jahren auch selbst mehr als 500 Millionen US-Dollar in Forschung und Entwicklung investieren.

»Wir werden uns komplett darauf konzentrieren ein einheitliches Sortiment von Mobiltelefonen und Tablets unter dem Markennamen Nokia zu erschaffen, von denen wir uns sicher sind, dass sie bei den Kunden Anklang finden«, gibt Arto Nummela die Zielrichtung des Unternehmens vor. Ähnlich wie auch Apple will sich HMD dabei einzig und alleine auf die Entwicklung und Vermarktung konzentrieren und die Produktion komplett den großen chinesischen Auftragsfertigern wie Foxconn überlassen. »Die Marke ist zu einem essentiellen Unterscheidungsfaktor bei Mobiltelefonen geworden, weshalb wir unser Geschäftsmodell ausschließlich auf das Alleinstellungsmerkmal der Marke Nokia ausgerichtet ist«, führt Nummela fort.

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