Tipps zur ITK-Absicherung: IP-Telefonanlagen - (k)ein Einfallstor für Hacker

IP-basierte Kommunikation liefert Angriffspunkte, um alle anderen Formen digitaler Kommunikation wie SMS oder E-Mails abzuschöpfen und ist darüber hinaus ein Sprungbrett für den Angriff auf das zugrundeliegende Netzwerk.

(Bild: bildergala, fotolia.de)
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Analoge Telefonate oder Gespräche über ISDN abzuhören, ist ein Kinderspiel: Der Täter braucht nur ein Mal Zugang zur TAE-Dose, der ISDN-Anlage oder einem Telefon, um Gespräche mitlauschen zu können. Es reicht aus, einen Telefonhörer zu tauschen, und das Telefon ist zu einer Wanze umfunktioniert, mit der auch alle Gespräche im Raum mitgehört werden können. Bei ISDN-Leitungen wiederum wird ein digitaler Datenstrom übertragen. Es muss lediglich der gewünschte Übertragungskanal im Menü des Geräts eingestellt werden, und schon hört man die Gespräche einfach mit. Doch solche Lausch-Aktionen bleiben immer ausschließlich auf den Sprachverkehr beschränkt.

Während Eindringlinge bei der analogen und ISDN-Telefonie also schlimmstenfalls Gespräche abhören können, eröffnen Voice-over-IP (VoIP) neue Missbrauchsmöglichkeiten: Über das Einfallstor VoIP-Endgerät können sich Hacker Zugriff auf das gesamte Netzwerk eines Unternehmens verschaffen, und damit auch auf alle dort übertragenen und gespeicherten Daten. Denn im Gegensatz zur analogen Telefonie, GSM oder ISDN werden die Gespräche über dasselbe Medium übertragen wie der restliche Datenverkehr.

IT-Sicherheitsstrategie umfassend anlegen

Das heißt: Prinzipiell sollte jeder darauf achten, dass die vorhandenen IT-Installationen sicher sind – Privatpersonen, Stichwort Onlinebanking, besonders aber Unternehmen mit schützenswerten hochinnovativen Produktideen oder Großbanken mit Zugriff auf Milliardensummen und unzählige Kundendaten. Angegriffen und abgehört werden ausnahmslos alle, das lehren die neu-esten Veröffentlichungen des Bundesamts für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI). Der Unterschied ist jedoch der Aufwand, der betrieben wird, um die Daten von Privatpersonen auf der einen und Banken oder Regierungseinrichtungen auf der anderen Seite zu knacken. Dementsprechend unterscheiden sich auch die Maßnahmen, mit denen die Betroffenen ihre Infrastruktur schützen sollten.

Da die Telefoniedaten im Unternehmen einerseits über dasselbe Netzwerk übertragen werden wie der gesamte übrige Datenverkehr, andererseits für externe Telefonate aber auch eine Verbindung in das Internet bestehen muss, eröffnet IP-Telefonie Angreifern einen Angriffsweg auf die Unternehmens-IT. In der Regel sind IP-Telefone besser geschützt als so mancher PC. Sind die IP-Endgeräte oder die IP-Telefonanlage aber schlecht gesichert, ermöglichen sie den Zugriff auf das gesamte Netzwerk. Unternehmen sollten deshalb bereits bei der Auswahl ihrer IP-Lösung – egal, ob dabei die PBX im eigenen Haus steht oder in der Cloud gehostet wird – darauf achten, dass der Hersteller Sicherheitsstrukturen und regelmäßige Sicherheitsupdates für seine Geräte bietet.

Kommentare (1) Alle Kommentare

Antwort von Sibille Kampingen , 13:53 Uhr

Ich finde den Beitrag ziemlich interessant. Das ist durchaus ein ernstes Problem. Gerade bei Arztpraxen sollten Telefonanlagen sehr sicher sein.

Hinsichtlich dieser Thematik bin ich beim Stöbern auf eine passende Seite gestoßen.