Retro-Backsteine und digitale Uhren: Die mobilen 90er sind zurück

Mit Wearables und Retro-Smartphones macht die Mobilfunkbranche eine Rolle rückwärts zu ihren Anfängen. Klein und einfach lautet die Devise.

Dereinst war es das höchste Ziel der Mobilfunknutzer, möglichst viele Funktionen in einem möglichst kleinen Gerät bequem in der Hosentasche dabei zu haben. Nachdem die ersten »Mobil«-Telefone noch koffergroße Geräte mit Telefonhörer und Blei-Akkus waren, deren Gewicht in Kilogramm gemessen wurde, galten schon die ersten mit einer Hand trag- und bedienbaren »Backstein«-Geräte mit Nummernspeicher für die wichtigsten zehn Kontakte als großer Fortschritt. Damals gab es sogar noch Dienstleister, die den Umstehenden mit einem vorbestellten Anruf beim Besitzer signalisieren halfen: Hier ist einer wichtig. Ganz nach dem berühmten Motto »Alter, ruf mich auf meinem Handy an!«.

Mit den Jahren schrumpften die Handys und ihr Preis immer weiter, bis sie mit der Einführung der ersten Geräte mit der Größe eines Schokoriegels endlich bequem in die Hosentasche passten. Diese Verkleinerung ging so weit, dass schließlich manche Handys erst ausgeklappt oder –gefahren werden mussten, um noch bedienbar zu bleiben. Zusammen mit der Erfindung der SMS führte dies dazu, dass die mobile Massenverbreitung Ende der 90er Jahre so richtig in Fahrt kam. Als dann noch Kameras sowie farbige Displays dazu kamen und diverse Portale Millionen mit dem Verkauf individueller Klingeltöne durch kreischende bunte Frösche im Röhrenfernseher verdienten, galt der Zenit der mobilen Entwicklung gemeinhin als erreicht.

Doch scheinbar wie aus dem Nichts kam 2007 eine eigentlich schon abgeschriebene PC-Firma namens Apple um die Ecke und brachte mit dem iPhone ein Mobiltelefon heraus, wie es die Welt noch nicht gesehen hatte. Statt sich auf Fingernagelgroßen Tasten und einem uhrengroßen Display mühsam durch ein Menü mit gefühlten 38 Unterebenen zu wühlen, konnte man nun alle Funktionen bequem auf einem großen, aber immer noch handlichen Bildschirm bedienen. Neue Funktionen ließen sich zudem bei den nächsten Generationen einfach per App nachladen.

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