Apple-Tablet als politischer Zeitzeuge: iPad wird deutsches Museumsstück

Am 1. Juni 2010 las ein Abgeordneter im Deutschen Bundestag erstmals eine Rede nicht von einem Blatt Papier, sondern von seinem iPad ab. Der Tablet-Rechner ist jetzt als historisches Dokument im Haus der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland zu bewundern.

Feierliche Übergabe in Bonn: Das iPad ist jetzt ein Bestandteil der Deutschen Geschichte. (Foto: Jimmy Schulz)

Das iPad ist ein Museumsstück – oder besser gesagt: Ein bestimmtes iPad hat es jetzt ins Museum geschafft. Es gehörte dem FDP-Bundestagsabgeordneten Jimmy Schulz, der von seinem Mobilrechner am 1. Juni 2010 eine Rede ablas.

Diese allererste Rede im Bundestag, die nicht von Papier abgelesen wurde, brachte dem Abgeordneten eine Rüge ein und löste im Parlament eine hitzige Debatte über elektronische Hilfsmittel aus. Die Geschäftsordnung des Deutschen Bundestages ließ damals nämlich digitale Redemanuskripte nicht zu.

Der Ausschuss für Wahlprüfung, Immunität und Geschäftsordnung des Deutschen Bundestages erlaubte erst ab dem 10. Oktober 2010 die Nutzung elektronischer Geräte im Berliner Parlament.

Das Historische Museum der Bundesrepublik Deutschland in Bonn ergänzt nun mit dem ersten Politik-Tablet seine „Sammlung signifikanter Beispiele für die fortschreitende Digitalisierung der Lebenswelt“.