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Schwacher Jahresauftakt

5G-Auktion belastet United Internet und Drillisch

15. Mai 2019, 16:55 Uhr   |  Lars Bube

5G-Auktion belastet United Internet und Drillisch
© United Internet

United Internet mischt gerade in der 5G-Frequenzauktion den Status Quo der etablierten Netzbetreiber auf. Für die Zahlen der Firma zum ersten Quartal war die Versteigerung jedoch eine Belastung.

Der Telekommunikationsanbieter United Internet hat zum Jahresauftakt die zähe Auktion von 5G-Frequenzen und Abschreibungen zu spüren bekommen. Bei Umsatz und Ergebnis enttäuschte das MDax-Unternehmen mit seinen am Mittwoch vorgelegten Zahlen für das erste Quartal, dennoch sieht sich Konzernchef Ralph Dommermuth auf gutem Kurs, die Jahresprognose zu erreichen. Weil derzeit stockende Preisverhandlungen für die Netzmiete erst nach der laufenden Auktion von Mobilfunklizenzen weitergehen können, dürften erwartete Kostensenkungen erst in einigen Monaten nach Ende des Bieterkampfes zustande kommen. Die Aktien der Tochter 1&1 Drillisch rutschten auf ein Mehrjahrestief.

Schon seit Monaten geht Dommermuth auch rückwirkend fest von Preisnachlässen durch eine Neuverhandlung bei der Netzmiete aus. Doch während der in Mainz laufenden 5G-Auktion dürfen Teilnehmer keine geschäftlichen Verhandlungen miteinander führen, daher ruht das schiedsgutachterliche Verfahren in dem Fall.

Dadurch seien nun Mehrkosten in Höhe von rund 17,5 Millionen Euro entstanden, erklärte der Konzern. United Internet betreibt bisher in seiner für Privatkunden zuständigen Telekommunikationssparte 1&1 Drillisch kein eigenes Netz, sondern mietet Kapazitäten vor allem bei der O2-Mutter Telefónica Deutschland und auch bei Vodafone. Derzeit lockt das Unternehmen Mobilfunkkunden mit Rabatten verstärkt in Tarife auf Basis des Telefonica-Netzes, weil die Großhandelsverträge hier profitabler sind.

Der Umsatz von United Internet stieg im ersten Quartal um 1,2 Prozent auf 1,29 Milliarden Euro. Der Konzern nahm deutlich weniger mit dem Verkauf von Smartphones und Onlinewerbeflächen ein. Die Zahl der Vertragskunden in Mobilfunk und DSL konnte 1&1 Drillisch hingegen im Quartal um 180.000 steigern. Das Konzernergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen kletterte bei United Internet allein wegen positiver Bilanzierungseffekte um 7,7 Prozent auf 299,7 Millionen Euro.

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2. Umsatz und Ergebnis unter den Erwartungen

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