Das Systemhaus der Zukunft entsteht nicht am Reißbrett
Systemhäuser haben in den vergangenen Jahren gezeigt, wie anpassungsfähig sie sind. Sie haben ihr Projektgeschäft weiterentwickelt, Managed Services aufgebaut und sind für ihre Kunden zu unverzichtbaren Partnern geworden. SYNAXON-Vorstände über die Bausteine der nächsten Transformation.
Das über viele Jahre gewachsene Vertrauen ist die größte Stärke von Systemhäusern. Niemand bringt bessere Voraussetzungen mit, um Unternehmen bei technologischen Fragen zu begleiten. Zudem bleibt die strukturelle Ausgangslage für Systemhäuser hervorragend: Über 80 Prozent der Unternehmen unter 50 Mitarbeitenden besitzen keine eigenen IT-Fachkräfte – der Trend zu Outsourcing und Co-Managed-IT hält unvermindert an. Dennoch stehen Systemhäuser vor spürbaren Herausforderungen.
Digitalisierung und künstliche Intelligenz erhöhen das Entwicklungstempo enorm, während gleichzeitig die wirtschaftliche Unsicherheit das Investitionsverhalten im Mittelstand dämpft. Unternehmen sind vorsichtig geworden. Mittelständische Kunden suchen in dieser Lage nach Orientierung, um zwingende Leistungen zu fokussieren und neue Technologien sinnvoll in ihre Prozesse zu integrieren. Die entscheidende Frage für uns lautet nicht, ob Systemhäuser dafür gut aufgestellt sind, sondern wie wir als Verbundgruppe sie dabei unterstützen können, die nächste Entwicklungsstufe schneller und strukturierter zu erreichen.
Transformation gemeinsam beschleunigen
Mit der Kooperation zwischen SYNAXON und Scaling Champions wollen wir genau hier ansetzen. Unter dem Namen "Scaling SYNAXON Champions" entwickeln wir aktuell gemeinsam mit ausgewählten Systemhäusern Ansätze für zwei eng verbundene Bereiche: Interne Unternehmensprozesse:
- Wie lassen sich Abläufe besser strukturieren und skalieren?
- Wie nutzen wir KI und Automatisierung zuerst im eigenen Systemhaus, um Mitarbeiter zu entlasten und die eigene Marge zu sichern?
Strategische Kundenbeziehung: Viele Systemhäuser genießen bereits heute tiefes Vertrauen und kennen die technische Umgebung ihrer Kunden besser als jeder externe Partner. Das Trusted-Advisor-Modell hilft dabei, diese gewachsene Nähe noch systematischer zu nutzen: Ziel ist es, regelmäßig auf Augenhöhe über geschäftliche Ziele, technologische Möglichkeiten und konkrete Prioritäten zu sprechen.
Das Systemhaus setzt dabei nicht nur einzelne Anforderungen um, sondern unterstützt den Kunden aktiv dabei, die richtigen Fragestellungen zu entwickeln und sinnvolle Entscheidungen zu treffen. Ein zentraler Hebel des Programms ist es, Vertrieb und strategische Kundenführung schrittweise auf mehrere Schultern im Team zu verteilen, statt sie allein an der Geschäftsführung festzumachen. Die Kombination aus technischer Umsetzung und strategischer Orientierung stärkt die Beziehung zwischen Systemhaus und seinen Kunden nachhaltig und eröffnet zugleich neue wirtschaftliche Perspektiven.
Aus der Praxis für die Praxis
Scaling Champions arbeitet bereits erfolgreich mit größeren Systemhäusern an deren unternehmerischer Weiterentwicklung. Auch die SYNAXON nutzt die Methoden und Ansätze und macht damit positive Erfahrungen. Im aktuell stattfindenden Pilotprogramm unterstützen wir größere Partner dabei, ihr Service- und Projektgeschäft sowohl bei bestehenden als auch bei neuen Kunden noch stärker zu platzieren und gezielt zu wachsen.
Die teilnehmenden Systemhäuser verfolgen damit klare eigene unternehmerische Ziele und profitieren unmittelbar. Gleichzeitig ist uns bewusst: Ein Modell, das bei einem größeren Systemhaus funktioniert, lässt sich nicht unverändert auf kleinere Unternehmen übertragen. Unterschiedliche Strukturen und personelle Kapazitäten erfordern jeweils passende Formate. Aus den Erfahrungen des Pilotprogramms leiten wir deshalb ab, welche Inhalte sich sinnvoll übersetzen lassen, um daraus praxistaugliche, schlanke Bausteine für den gesamten Verbund zu formen.
Baustein für die nächste Entwicklungsstufe
Bei SYNAXON ist uns klar: "Scaling SYNAXON Champions" ist weder ein Allheilmittel noch der einzige Weg in die Zukunft. Es ist ein zusätzlicher Baustein innerhalb einer umfassenden Transformation von Geschäftsmodellen, die viele unserer Partner längst begonnen haben.
Die Grundlage dafür ist vorhanden: leistungsfähige Systemhäuser, etablierte Managed Services und ein über Jahre aufgebautes Kundenvertrauen. Wenn es uns gelingt, operative Stärke, skalierbare Prozesse und strategische Kundenführung miteinander zu verbinden, profitieren beide Seiten. Genau das steckt hinter unserer gemeinsamen Mission "Mittelstand digitalisiert Mittelstand".
Die Systemhäuser kennen die Realität der Unternehmen, sprechen ihre Sprache und übersetzen technologische Möglichkeiten in praktikable Lösungen. Gemeinsam – SYNAXON, Scaling Champions und unsere Partnerunternehmen – wollen wir diese Stärke weiterentwickeln und die Digitalisierung des deutschen Mittelstands nachhaltig gestalten.
Die Vorstände bei SYNAXON
Mark Schröder, ausgebildeter Groß- und Außenhandelskaufmann und Diplom-Kaufmann der Wirtschaftswissenschaften, begann im Jahr 2000 seine Karriere bei der SYNAXON AG im Bereich Investor Relations. Nach einer vierjährigen kaufmännischen Gesamtleitung wurde er 2007 im Alter von 34 Jahren in den Vorstand berufen. Seit dem 1. Januar 2025 ist er Vorstandsvorsitzender.
Miguel Rodriguez, ausgebildeter IT-Systemkaufmann und Betriebswirt (ILS), begann 2003 seine Karriere bei SYNAXON im Vertrieb. Nach verschiedenen Führungs- und Geschäftsführerpositionen – unter anderem in den Bereichen Einkauf, Warenhandel und Vermarktung – wurde er zum 1. Januar 2025 in den Vorstand der SYNAXON AG berufen. Dort verantwortet er die Bereiche Einkauf, zentraler Warenhandel, Vertrieb und Marketing.