Make AI work: Warum Autonomie klare Leitplanken braucht
Kaum ein Thema wird in der KI-Debatte gerade so hitzig diskutiert wie der drohende Kontrollverlust: Was passiert, wenn Systeme nicht mehr nur Vorschläge liefern, sondern selbst entscheiden und handeln? Hier schwankt die Debatte aktuell zwischen Hype, Hoffnung und Weltuntergangshysterie. Wie können Unternehmen dabei trotzdem einen kühlen Kopf bewahren?
valantics aktueller Digital Excellence Outlook 2026: AI at Scale liefert dazu eine Zahl, die sachlicher einordnet, wie konkret dieser Wandel in den Führungsetagen bereits wahrgenommen wird: 82 Prozent der Entscheider:innen erwarten, dass sich die Rolle von Führungskräften bis 2030 wandelt, weg vom operativen Entscheider, hin zur Prüfinstanz, die KI-Ergebnisse nur noch kontrolliert. Anders gesagt: Aus dem Fahrlehrer, der bei jedem Lenkeinschlag mit auf die Bremse tritt, wird der Fahrprüfer, der am Ende auf eine optimale Zielerreichung achtet.
SAP nennt genau diesen Bruch den entscheidenden Mindshift zur Autonomous Enterprise. Bis-her schlug KI vor, der Mensch entschied über jeden Lenkeinschlag. Jetzt gibt der Mensch nur noch Ziel und Leitplanken vor, und Agenten übernehmen das Steuer selbst, treffen operative Entscheidungen und melden erst danach ein Ergebnis zurück.
Agenten erhalten Identitäten und Zugriffsrechte
Auf die SAP-Landkarte bezogen orchestrieren Joule Assistants dafür ganze Teams aus Joule Agents, die Arbeit über SAP- und Nicht-SAP-Systeme hinweg eigenständig erledigen. Der SAP AI Agent Hub gibt dabei jedem Agenten eine Identität und Zugriffsrechte, die SAP Business Data Cloud liefert den fachlichen Kontext, und künftig übersetzt Joule Studio 2.0 eine Geschäftsabsicht in natürlicher Sprache direkt in Code.
Wie ernst Unternehmen diesen Mindshift nehmen, zeigt valantics SAP Studie 2026: KI-Agenten führen mit 42 Prozent die Rangliste der gefragtesten SAP-KI-Services an, deutlich vor der Chat-Oberfläche Joule. Für valantic ist das SAP-Beispiel deshalb aufschlussreich, weil es im Kleinen zeigt, was im Kontext der digitalen Transformation aktuell global passiert: Der Wechsel von der vorschlagenden zur handelnden KI ist keine SAP-Spezialität, er bekommt hier aktuell aber eine sehr konkrete Nomenklatur und eine Timeline.
Das autonome Unternehmen entsteht nicht nur in der SAP-Welt
Die Frage, wie viel Entscheidungsmacht ein Unternehmen an Software abgibt, stellt sich aller-dings branchen- und systemübergreifend. Deshalb versteht sich valantic als technologieagnostischer Partner, der für jede Aufgabe die passende Technologie wählt. Ein Beleg dafür ist unsere jüngste Partnerschaft mit Anthropic. Als Partner setzen wir die KI-Modelle aus der Claude-Familien dort ein, wo es Sinn ergibt: in SAP-nahen Agenten-Workflows über die Business Tech-nology Platform ebenso wie in eigenständigen Anwendungen außerhalb des SAP-Kosmos – etwa im Kundenservice, in der Softwareentwicklung oder in Datenprodukten. Für Kunden bedeutet das eine durchgängige Architektur, die SAP-Ökosystem und offene KI-Landschaft verbindet.
Um im Bild zu bleiben: Wer den Fahrschüler auf die Autobahn lässt, will vorher wissen, ob er wirklich fahren kann, wohin er fährt, und wer haftet, wenn es kracht. Bei Agenten mit Entscheidungsmacht ist das nicht anders, ganz gleich auf welcher Plattform.
Digitale Souveränität wird zur Eintrittsvoraussetzung
Das bedeutet: Volle Kontrolle und die richtige Governance sind zentrale Erfolgsfaktoren, wie eine weitere Umfrage von valantic unterstreicht. Die Studie „Souveräne Hypercloud – Zwischen Vertrauen, Kontrolle und geopolitischem Wandel“ bringt es auf den Punkt: 80 Prozent der befragten Unternehmen bauen ihre IT-Infrastruktur angesichts geopolitischer Unsicherheit stärker in Europa aus. Digitale Souveränität wird zur Eintrittsvoraussetzung für jede KI-Transformation. Handlungsfähigkeit und Resilienz sind die Grundlage einer Arbeitswelt, die zunehmend von Agenten mitgestaltet wird. Wer nicht weiß, wo seine Daten liegen und wer für die Entscheidun-gen seiner Agenten haftet, handelt am Ende nicht souverän.
Diese Verbindung aus Technologiekompetenz und Kontrolle liefern wir end-to-end, von der Architektur- und Datenberatung über die Prozess- bis zur Software-Entwicklung. Mehr als 4.300 Digitalisierungsexpertinnen und -experten in 20 Ländern bringen tiefes Branchen- und Prozesswissen mit, sei es in Automotive, Pharma, Retail, Manufacturing, Utilities, Telco u.v.m.
Was uns dabei zusammenhält, ist eine Haltung: Bei valantic denken die Teams unternehmerisch, in flachen Hierarchien, mit kurzen Entscheidungswegen und der Bereitschaft, früh selbst zu investieren, etwa in Partnerschaften wie die mit Anthropic, bevor der Markt danach fragt.
Zurück zur Fahrschule: Ob aus dem Schüler ein sicherer Fahrer wird, hängt selten vom Talent ab, vielmehr von der vorbereitenden Ausbildung. Architektur, Daten, Technologieauswahl, Implementierung, Change und Governance – genau das ist der Job, den valantic für seine Kunden übernimmt, bevor KI die Autobahnauffahrt nimmt. We make AI work.
Zur Autorin:
Nicole Berg ist Partnerin, Executive Board Member & Division Lead bei valantic.
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