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Wissen, wann das Paket kommt

Zusteller wollen Lieferprognosen verbessern

13. Dezember 2019, 11:01 Uhr   |  dpa

Zusteller wollen Lieferprognosen verbessern
© Kadmy - AdobeStock

Der Paketboom geht weiter, die Deutschen bestellen immer mehr Kleidung oder Elektronik im Internet. Wer die Ware an der Haustür entgegen nehmen will, der muss Wartezeit einplanen - denn die Zustell-Zeitfenster sind noch immer recht groß. Das soll sich ändern.

Das Prinzip Hoffnung ist beim Paketbestellen allgegenwärtig. Die Hoffnung, dass die Sendung zuverlässig ankommt - und dass der Zusteller klingelt, wenn man selbst oder zumindest der Nachbar daheim ist. Hohe Investitionen der Paketbranche sollen nun dazu führen, dass Empfänger nicht bloß hoffen müssen, sondern genau wissen, wann der Paketbote da sein wird. Ob Deutsche Post DHL, DPD oder Hermes - sie alle wollen ihre Vorhersagen verbessern. Das lohnt sich für sie: Bei präziser Prognose steigt die Erstzustellquote, und die Mitarbeiter verlieren weniger Zeit bei der Zustellung.

Stand heute setzt die Paketbranche in Deutschland auf mehr oder minder grobe Zeitfenster, die bei 1 bis 12 Stunden liegen. Warum eigentlich? Die Zusteller fahren doch jeden Tag ähnliche Routen - und die Datenauswertung samt Verkehrsprognose wird im Digitalzeitalter immer besser. So einfach ist das aber nicht, sagen Experten. »Das ist eine sehr komplexe Angelegenheit mit vielen Variablen«, erläutert der Frankfurter Logistik-Professor Kai-Oliver Schocke. »Gibt es Staus oder Umleitungen, findet der Fahrer einen Parkplatz, wo genau müssen wie viele Pakete abgegeben werden - und wie lange dauert es unter diesen Bedingungen bis zur nächsten Zustellung? - Solche Fragen können noch nicht zuverlässig und präzise beantwortet werden.«

Christoph Stehmann vom Branchendienstleister Pitney Bowes sieht es ähnlich. Zwar wolle der Kunde endlich kleinere Zeitfenster haben, um nicht mehr so lange zu Hause warten zu müssen, und die Branche feile an Fortschritten. »Das Ei des Kolumbus hat aber noch niemand gefunden.« Eine Möglichkeit sei mehr Transparenz - dass die Empfänger im Internet sehen können, wo der Zusteller gerade ist. »Klingt gut, kann aber sehr verwirrend sein«, sagt Stehmann. Denn selbst wenn ein Zustellfahrzeug schon in der Nähe sei, könne es bis zum Klingeln an der Tür noch lange dauern - weil der Zusteller vorher noch Pakete in Nachbarhäusern abliefern muss oder Pause macht.

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1. Zusteller wollen Lieferprognosen verbessern
2. Interaktion und Live-Tracking
3. Mehr Präzision durch digitalisierten Verkehr

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