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Auf Wachstumskurs

Zalando nach zehn Jahren noch nicht satt

12. September 2018, 10:47 Uhr   |  Daniel Dubsky

Zalando nach zehn Jahren noch nicht satt
© Zalando

Zalando-Outlet in Köln

Innerhalb eines Jahrzehnts hat der Online-Modehändler Zalando einen rasanten Aufstieg geschafft. Der Wachstumskurs soll mit einer geschickten Einbindung der Hersteller fortgesetzt werden.

Es muss nicht die Garage sein. Bei Zalando fing alles in einer Mietwohnung in der Berliner Torstraße an. Dort ging am 29. September 2008 die erste Bestellung im gerade eröffneten Online-Store ein: ein Paar Sportschuhe. David Schneider und Robert Gentz, Studienfreunde und Gründer des Startups, wandelten kurzerhand die Wohngemeinschaft in Büro und Warenlager um.

Zehn Jahre später ist Zalando ein Konzern mit 15.000 Mitarbeitern geworden. Eine börsennotierte Aktiengesellschaft mit absehbar weit mehr als fünf Milliarden Euro Umsatz in diesem Jahr.

Im Rückblick erscheint die Geschäftsidee nicht umwerfend einmalig oder besonders kreativ. Schuhe im Internet zu verkaufen, schien sogar ziemlich gewagt - denn anprobieren kann man sie erst, wenn sie schon geliefert sind. Doch als Vorbild gab es den erfolgreichen US-Onlineshop Zappos. Und es funktionierte tatsächlich dank Rücksende-Garantie und trotz der Logistik-Probleme, die mit den Retouren verbunden sind. Das Startkapital kam von den Samwer-Brüdern.

Was mit dem Verkauf von Schuhen begann, ging schon bald mit Kleidung und Mode weiter. Vor ein paar Monaten kamen Kosmetika hinzu. Derzeit gehen bei Zalando im Durchschnitt jeden Tag 300.000 Bestellungen aus 17 europäischen Ländern ein. In diesem Jahr peilt der Konzern nochmals eine Umsatzsteigerung um mehr als 20 Prozent an. Den Gewinn - 2017 waren es 130 Millionen Euro - will die Geschäftsführung weiterhin in Technik und Logistik investieren.

Zum Erfolgsgeheimnis von Zalando gehört ein ausgeklügeltes System, das Modetrends aufspürt. Grundlage ist die computergestützte Analyse der aktuellen Verkaufszahlen. »Das sagt uns, welches Produkt sich schnell oder schlecht verkauft«, erklärt Co-Vorstandschef Rubin Ritter in einem Interview der »Zeit«. Ein großes Team an Einkäufern bewerte die Zahlen dann noch einmal aufgrund eigener Erfahrungen.

Das dritte und jüngste Element ist der Direktverkauf von Modemarken auf der Plattform von Zalando. Deren Angebot spiegelt quasi den Puls der Zeit. »Wir nutzen den Sachverstand der Modemarken«, sagt Ritter. »Dadurch entsteht eine Konstellation, dass wir immer flexibler und immer besser mit den manchmal schwer einzuschätzenden Modetrends umgehen können.«

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