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Zwischen Aufbruch und Zusammenbruch

Was bleibt, wenn Corona geht

31. Juli 2020, 11:07 Uhr   |  Martin Fryba | Kommentar(e)


Fortsetzung des Artikels von Teil 3 .

Neues Denken statt im Alten haften bleiben

»Worthülse«, nennt Blase dieses New Normal, das darüber hinweggehe, »etwas neu denken zu müssen«: Den Umgang mit globalen Ressourcen und das unhinterfragte Streben nach Wachstum immer zugunsten einiger weniger und zu Lasten sehr vieler, gibt der Wortmann-Manager zu bedenken. Wir müssten uns die Frage stellen, ob nicht weniger auch mehr sein könne. »Ökonomisch wäre das sicherlich leistbar ohne unvertretbare Einschränkungen.«

Weniger Globalisierung etwa zugunsten einer stärker dezentralen und regionalen Wirtschaft? Gerade die IT-Branche ist in der Produktion extrem abhängig von wenigen großen Auftragsfertigern in Asien, die schätzungsweise zwei Drittel aller Hardware herstellen. Einhelliger Tenor: Das Rad der Globalisierung lässt sich nur bedingt zurückdrehen, aber ein »Weiter so wie bisher« sollte es nicht geben. Um künftig in Krisenzeiten autonomer handeln zu können, sollten die Abhängigkeiten reduziert werden, wirbt Christian Rannetshauser von Allied Telesis für solche Überlegungen.

Die Verwundbarkeit zentraler Produktionsstandorte und globaler Lieferketten hat man bei  Druckerhersteller Kyocera bereits vor der Corona-Krise erkannt und reagiert. »Nicht zuletzt deswegen hat die Kyocera Cooperation den Auftragsfertiger AVX mit einer Vielzahl von Produktionsstandorten weltweit übernommen. Die Abhängigkeit von einzelnen größeren Produktionsstandorten wird daher mittelfristig nicht mehr vorhanden sein«, sagt Kyoceras Deutschland-Chef Dietmar Nick.

Auf weniger Abhängigkeiten können und setzen ohnehin  manche Hersteller, die freilich keine globale Marktabdeckung für sich reklamieren. Netzwerkhersteller Lancom beispielsweise. »Ein bedeutender Teil unserer Endfertigung findet hier in Deutschland statt. Hier hat sich die Fertigung vor Ort bereits als Vorteil erwiesen«, erläutert Lancom-Gründer Ralf Koenzen. Man habe deswegen auch keine Lieferengpässe gehabt, dank kurzer Transportwege seien die Geräte schnell bei Kunden gewesen. Insgesamt sei die Lieferkette im Bereich IT und Elektronik jedoch naturgemäß global, merkt Koenzen an. »Der größte Teil der Bauteile und Kleinstkomponenten stammt aus dem asiatischen Raum und kann – zumindest Stand heute – auch nicht durch Produkte heimischer Zulieferer ersetzt werden.«

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1. Was bleibt, wenn Corona geht
2. Krise vor der Krise
3. Gut aufgestellt
4. Neues Denken statt im Alten haften bleiben
5. Digitalisierung binnen Stunden

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