Schwerpunkte

Zwischen Aufbruch und Zusammenbruch

Was bleibt, wenn Corona geht

31. Juli 2020, 11:07 Uhr   |  Martin Fryba | Kommentar(e)


Fortsetzung des Artikels von Teil 2 .

Gut aufgestellt

Hermann Ramacher, Gründer und Chef von  ADN Distribution Group
© ADN

Hermann Ramacher, Gründer und Chef von  ADN Distribution Group

Wirkt Corona wie ein Brandbeschleuniger auf wenig zukunftsfähige Geschäftsmodelle, beschleunigt Corona nach, beziehungsweise bereits in der noch nicht ausgestandenen Pandemie die guten Geschäfte solcher IT-Unternehmen, die die Zeichen der Zeit erkannt und sich auf nachfragestarke, innovative IT-Lösungen und Abrechnungsmodelle längst eingestellt hatten.

So kann Hermann Ramacher für die von ihm gegründete ADN Distribution Group sagen: »Ich sehe keine Notwendigkeit für eine wirkliche Neuausrichtung«. Die Bochumer eilten bislang von einem Rekordjahr zum nächsten. Der ADN-Chef verweist nicht erst seit heute auf ein »modernes Portfolio«: Cloud-Services, Next Gen-Security, innovative Storage-Konzepte, Aufbau und Management von hybriden Infrastrukturszenarien, UCC, VDI, HCI und Edge Computing. Das alles habe »höchste Relevanz im aktuellen und zukünftigen Marktgeschehen«, sagt Ramacher. »Insofern sind wir zukunftsfähig ausgerichtet.« Egal ob kleine, mittlere oder große Kunden betreut würden: »Partner müssen sich mit diesen Themen meiner Meinung nach auch zukünftig befassen und professionelle Lösungen anbieten«, rät der ADN-Gründer.

Keinen Handlungsbedarf in eigener Sache sieht auch Wortmann. »Aktuell gibt es keine konkreten Pläne, etwas grundlegend zu verändern«, bestätigt Blase. »Wir werden die Entwicklung im Markt wie schon immer sehr genau beobachten und bei Bedarf reagieren.«

Santosh Wadwa, Head of Product Channel Sales, Central Europe bei Fujitsu
© Fujitsu

Santosh Wadwa, Head of Product Channel Sales, Central Europe bei Fujitsu

Was immer wichtiger wird neben technologischen Innovationen wie Smart-Workplace-Lösungen sind vor allem neue Bezahlmodelle, also Pay-as-you-use- und andere On-Demand-Angebote. »Die maximale technische und arbeitsorganisatorische Flexibilität  wollen Unternehmen auch auf der Kostenseite haben«, gibt Santosh Wadwa zu bedenken, Head of Product Channel Sales, Central Europe bei Fujitsu.
Bei der Logicals Group werde man das vorantreiben, was der IT-Dienstleister schon vor der Corona-Krise massiv angeschoben hat: Managed Services und das Cloud-Geschäft, betont CEO Christian Werner und spricht damit für viele große wie mittelständische Dienstleister, die mit IT-Betriebskonzepten wettbewerbsfähig bleiben und höhere Renditen erzielen als beispielsweise mit produktnahem Projektgeschäft.

Globalisierung überdenken
Der Zusammenbruch des Finanz- und Bankensystems vor zwölf Jahren hat in weiten Teilen der Welt zu keiner dauerhaften Wachstumskrise geführt, im Gegenteil. Das »New Normal«, wie man sich nach jeder Krise eine Mischung aus gewohnter und veränderter Normalität wünscht, hatte vor allem der deutschen Wirtschaft über eine Dekade lang eine beispiellose Prosperität beschert – und, die weniger beachteten Schattenseiten – die Kluft zwischen Kapital und Arbeit, zwischen Reich und Arm, vertieft sowie die soziale wie politische Spaltung einer sich in Teilen radikalisierenden Gesellschaft  vorangetrieben. Es steht zu befürchten, dass die Corona-Krise auch hier wie ein Brandbeschleuniger die gesellschaftspolitische Fragmentierung eskaliert, wenn Politik und Wirtschaft mit Macht auf eine vorbehaltlose Rückkehr zur Pre-Corona-Zeit drängen. Von Kunstbegriffen wie dem jetzt wieder diskutierten New Normal hält man bei Wortmann nicht viel.

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1. Was bleibt, wenn Corona geht
2. Krise vor der Krise
3. Gut aufgestellt
4. Neues Denken statt im Alten haften bleiben
5. Digitalisierung binnen Stunden

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