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Verpasste Windows 7-Umstellung

»Wäre nicht wirtschaftlich gewesen«

11. Februar 2020, 17:19 Uhr   |  Martin Fryba | Kommentar(e)

»Wäre nicht wirtschaftlich gewesen«
© Land Baden-Württemberg

Wirklich alles außer Hochdeutsch?

Sparsame Schwaben? Ja, beim Kauf des günstigsten Sprudels wachsen Schwaben über sich hinaus. Ihr sprichwörtlicher Geiz rächt sich aber bitter, wenn es um Windows-Rechner geht. Da sparen Baden-Württembergs Landesbehörden am falschen Ende.

Den billigsten Kasten Sprudel zu kaufen, dafür fahren eingefleischte Schwaben schon mal zehn Kilometer länger zu einem Getränkemarkt, auch wenn die Vollkostenrechnung einschließlich Spritverbrauch den nächstgelegenen Händler nahelegen würde. Doch dieser regionale Volkssport  in Baden-Württemberg schielt nur auf das nackte Preisschild, was da für Folgekosten entstehen oder drohen könnten, interessiert den Schwaben erst einmal nicht – beim Wasser ebenso wie bei der Nutzung veralteter Windows-Rechner.


25.000 der 86.000 Computer-Arbeitsplätze in Behörden der Landesregierung von Baden-Württemberg laufen noch unter Window 7. Microsoft hatte Mitte Januar den Support für dieses Betriebssystem eingestellt. Für den nun kostenpflichtigen Support einschließlich  Sicherheits-Updates muss das Land nun 800.000 Euro auf den Tisch legen, wie dpa berichtet.


Erst im Laufe dieses Jahres werden alle PCs auf  Windows-10 umgestellt. Warum erst so spät? Die Begründung einer Sprecherin des Innenministeriums: Die Planung sei an die Lebensdauer der Geräte angepasst worden. Alle Arbeitsplätze sofort auf Windows 10 umzustellen, wäre nach den Worten der Sprecherin nicht wirtschaftlich gewesen, zitiert die Nachrichtenagentur.


Da die Windows-7-Rechner ohnehin in den nächsten Monaten gegen neue Computer ausgetauscht werden, erschließt sich der wirtschaftliche Effekt des kostenpflichtigen Supports in Höhe von 800.000 Euro nicht.


Damit stehen die Schwaben indes nicht alleine da. Auch der Bund zahlt ebenfalls 800.000 Euro für das »Extended Security Programm« für den Schutz alter Windows 7-Clients. Microsoft freut sich so schon über 1,6 Millionen Euro Zusatzkosten, für die letztlich der Steuerzahler aufkommt. Wirtschaftlichkeit sieht anders aus.

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