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Facebook-Währung unter Druck

Unterstützung für »Libra« wankt

08. Oktober 2019, 13:09 Uhr   |  Lars Bube

Unterstützung für »Libra« wankt

Facebook-Chef Mark Zuckerberg spürt derzeit einigen Gegenwind

Mit Paypal ist der erste prominente Unterstützer von Facebooks digitaler Währung »Libra« wieder abgesprungen. Weitere könnten schon bald folgen.

Der wachsende Druck von Politik, Banken und Öffentlichkeit setzt Facebooks geplanter digitaler Währung »Libra« noch vor ihrem Start zu. Jetzt hat mit Paypal einer der wichtigsten Partner offiziell seinen Rückzug aus dem Projekt bestätigt. Der Bezahldienstleister betonte zwar, dass man weiterhin mit dem geschätzten Partner Facebook kooperieren und auch Libra unterstützen wolle, aber eben doch lieber als externer Begleiter statt als offizieller Teilnehmer. Mit dieser Entscheidung könnte Paypal durchaus einen Dominoeffekt auslösen. In den letzten Wochen hatten US-Medien schon mehrfach berichtet, dass es auch bei anderen großen Libra-Partnern wie den beiden Kreditkarten-Konzernen Mastercard und Visa sowie dem Online-Bezahldienst Stripe zunehmend Zweifel am eigenen Engagement für das von Facebook initiierte Projekt gibt. Demnach befürchten die Unternehmen sowohl Imageschäden als auch mögliche Konfrontationen mit Staaten und Notenbanken.

Facebook reagierte indes betont gelassen auf die Nachricht und zeigte sich zuversichtlich, dass man Libra wie geplant weiter vorantreiben und im nächsten Jahr starten kann. Dabei werde man auch die »berechtigten Bedenken« gegenüber der privaten Währung »ruhig und selbstbewusst« ausräumen. Noch in den nächsten Wochen sollen die ersten festen Mitglieder der in der Schweiz sitzenden Dachorganisation »Libra Association« offiziell vorgestellt werden. Das dürfte den Druck auf die bisher unentschlossenen Kandidaten weiter erhöhen, sich möglichst bald zu einer Entscheidung für oder – dem Beispiel Paypal folgend – gegen Libra durchzuringen.

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